Outdoor Overall Choco Pops Ottobre 4/2014, Gr. 86
Stell dir vor, du nähst länger als ein Jahr (natürlich mit entsprechender sommerlicher Unterbrechung und akutem ich-versteh-die-Anleitung-sowieso-nicht-Stimmungstief) an einem Kleidungsstück, dass anschließend dem Nachwuchs kaum noch passt und vor allem eigentlich gar nicht gebraucht wird … nach 16 Monaten habe ich es tatsächlich geschafft, eines meiner Dauer-Nähprojekt zu beenden. Unglaublich! Dafür ist es aber auch mein bisher schwierigstes Kleidungsstück, bei dem es allerdings jede Menge Nähfehler gibt, die ich ich beim Zweitexemplar wohl nicht mehr machen würde.

Entstanden ist ein komplett gefütterter Outdooroverall, denn ich bereits im August 2014 gemeinsam mit Näähglück* begonnen hatte. Damals wollte ich mich endlich mal an einem richtig schwierigen Ottobre-Projekt* ausprobieren und dabei von der Könnerin ein bisschen abschauen. Geschafft haben wir damals aber nur die gefütterte Kapuze, wobei das Gummiband ein bisschen falsch angenäht wurde, was aber nicht der letzte Fehler sein sollte.

Richtig schief gegangen ist bei mir der Kragen, denn der war seltsamerweise viel zu kurz und endet mehrere Zentimeter eher als er sollte. Klar wurde mir das aber erst, als ich die letzten Nähe beendet wurden und auftrennen nicht mehr in Frage kam. Dafür bin ich in diesem Bereich wenigstens mit dem Kinnschutz ganz zufrieden.

Vernäht wurde eine Art beschichtete Sternchen-Baumwolle*,
bei dem ich mir bis heute nicht sicher bin, ob es Wachstuch oder etwas
geringfügig atmungsaktives ist. Beim Futterstoff musste ich ein bisschen
stückeln und habe einen Jersey mit Streifen*und einen mit Punkten kombiniert, die aber beide auf dem 2013er Stoffmarkt
gekauft wurden. Dazu kam noch etwas rutschiger Reinschlüpfstoff an den
Armen und Beinen, was man wohl so macht. Der (schrecklich schief
eingenähte) Reißverschluss ist sogar noch aus einer Sammel-Bestellung von 2011.

Weniger gut gelungen sind mir auch die Armbündchen, denn die ließen sich nicht so regelmäßig dehnen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Dafür bin ich aber auf der gefütterten Variante richtig stolz, denn seit der Beerdigungsanzugshose für den Sohn habe ich diese Wenderei wirklich verstanden. Sehr fein ist auch das Elefanten-Webband*, dass so perfekt zum Stoff passt und gut neben dem eigenen Nählabel* aussieht. Auch die Prym Anorakknöpfe* sehen sehr professionell aus.


Dank meines verhunztes Kragens kann der junge Mann seinen Sternen-Outdooroverall nur mit einem zusätzlichen Schal tragen, denn sonst zieht es bei geöffneter Mütze in den Nacken. Genäht habe ich vor über einem Jahr in Gr. 86 mit ordentlich Luft nach oben, während er nun wohl nur noch kurze Zeit (über den Stoffwindelpo) passen wird. Immerhin kann es sich noch ganz gut drin bewegen und dank seiner geringen Gewichtszunahme passt er überraschenderweise überhaupt noch rein. Wer hätte gedacht, dass er zwischen 1,5 und 2,5 Jahren gerade mal eine Kleidergröße von 80 auf 86 wechselt …


Um das luftige Nackenproblem und die unfreiwillige Lücke zu kaschieren, hilft es immerhin, den Mützenverschluss zu schließen. Außerdem bin ich selbst sehr verliebt in die Kombination mit der neuen Ohrenklappenmütze. Viel tragen wird der Sohn seinen Overall aber wohl trotzdem nicht, denn inwischen passt er perfekt in den Finkid Winteroverall* seiner Schwester, der doch besser für die kühleren Temperaturen geeignet sein wird.


Der Outdooroverall ist zwar auch mit einem Thermovlies*, dass FrauNäähglück* extra besorgt hatte, gefüttert, aber so richtig dick ist er trotzdem nicht. In der ottobre* war es ja auch eher als eine Herbstvariante für die Übergangszeit angekündigt. Es gibt übrigens keine andere Ausgabe, die so abegriffen ist, wie meine 4/2014, denn ich habe sehr, sehr oft die Anleitung gelesen. Zu Ende genäht habe ich auch eigentlich nur, weil ich wissen wollte, ob ich (ohne Schritt-für-Schritt E-Book Anleitung) wenigstens ein halbwegs anziehbares Endprodukt zustande bekomme. Wenn man sich anschauen möchte, wie dieses Schnittmuster perfekt umgesetzt aussieht, der schaue bitte hier bei Frau Näähglück vorbei.

Verlinkt bei Made4Boys und Kiddykram.
Leinen Faden Naturfasern
Auf meinem Creadienstagstisch liegen drei Garnrollen, zu denen ich auch hier im blog sehr gern die Hintergrundgeschichte erzählt und mehr gezeigt hätte. Mein Interesse an alten Handwerkstechniken ist groß und daher war es für mich eine besondere Freude, dass ich eine der letzten Posamentiererinnen besuchen durfte. Dabei konnten nicht nur ihre Borten, Fransen und Kordeln bewundert, sondern sogar ein Blick ihr ihr umfangreiches Garnlager geworfen werden – nur den Blick hinter die Kulissen darf ich hier leider nicht zeigen.


Neben Gold-, Silber- und feinsten Seidenfäden lagern dort auch Kunstseiden und Leinen- bzw. Hanffäden. Drei Rollen – darunter eine aus den zahlreichen geretteten Altbeständen einer bereits längst untergegangenes Kunstseiden-Zwirnerei – werden mich nun an diesen Besuch erinnern.
12tel Blick November 2015 Vierseithof
Der Rückblick auf den November-Monat in unserem dritten Baujahr soll hier für den 12tel Blick bei der Fotoaktion von Tabea Heinicker noch gezeigt werden. In den Altbaugebäuden gab es vor allem Fortschritte bei der Sanierung des Herrenhaus-Dachstuhls und glücklicherweise konnte das Dach geschlossen werden. Auch die erste Putzschicht ist dran – nun bangen wir, dass die derzeit frühlingshaften Temperaturen anhalten, damit der Außenputz abgeschlossen werden kann und die Gerüste fallen.

Blickt man zurück so kann man sich erinnern, dass wir vor zwei Jahren – nach über einem Jahr Vorplanungszeit – den Hof aus städtischem Besitz gekauft haben und im November 2014 die beiden nicht sanierungsfähigen Gebäude weggerissen waren, während die Unterfahrung mit einem neuen Fundament bei den Altbauten die Kosten in die Höhe katapultierte.
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| November 2013 & November 2014 |
Wenn man jetzt die neu verputzen Gebäude sieht, beginnt man zu erahnen, dass sich die Mühsal der letzten Jahre wirklich lohnen könnte. Inzwischen sind auch fast alle Fenster eingesetzt und man erkennt die tatsächlichen Wohnungsstrukturen.


Ganz neu im letzten Monat ist der begonnene Aufbau des Laubengangs, der im Südhaus den Zugang zu den drei Wohnungen ermöglichen wird.


Beeindruckend ist auch weiterhin das hohe Herrenhausdach, bei dem innen viel Altholz aber auch so mancher neuer Balken verbaut wurde.


Das Rundbogenfenster im Innenhof wurde nochmal aus- und wieder eingebaut, da der Blendrahmen nicht auf die Unebenheit des Sandsteingemäuers angepasst war.

Wirklich fast fertig und damit nun auch demnächst einzugsbereit ist das Passivhaus, dass an der Stelle der ehemaligen Scheune steht. Am Ende des Monats konnte ein letztes Mal mit Gerüst Fenster geputzt werden. Beim Jahresabschlussbild wird das Gebäude wohl schon ohne Sichtschutz gezeigt werden können.


Auch wenn der Sinnblick von blick7 dieses Jahr nicht weitergeführt wird, bleibe ich aufmerksam:
Gesehen:
Putz an den Fachwerkgebäuden.
*
Gehört:
Inzwischen schon vertraute Stimmen der zukünftigen Nachbarn, mit denen in einer weiteren Wochenendeigenleistungsaktion der Gemeinschaftsraum entrümpelt wurde.
*
Gerochen:
Glühwein …
*
Gedacht:
Nächstes Jahr müssen wir nicht mehr im Baucontainer sitzen, sondern können in die eigenen Küchen und Wohnzimmer einladen.
*
Gefühlt:
Fröstelig – denn so ein nasser Novembertag ist auch bei Plusgraden ungemütlich
2013
Verkauf durch den Eigentümer [Juli 2013]
2014
Innenansicht des unsanierten Gebäudes [Januar 2014]
300 Balkenköpfe in Eigenleistung freilegen [Frühjahr 2014]
Abriß Anbau & Scheune [Juli 2014]
Unterfahrung mit neuem Fundament Altbauten [Winter 2014]
2015
Richfest Anbau & Fenstereinbau [Juni 2015]
Richtfest Südhaus [August 2015]
Verlinkt bei der Fotoaktion von Tabea Heinicker.
Adventskalender Papierschachteln
Freitags freut mich, dass es mir dieses Jahr beim Thema Adventskalender gelungen ist, die eigenen Erwartungen etwas runterzuschrauben und annehmen zu können, was sich großartigerweise von alleine ergeben hat. Statt einer eigenen neuen und aufwendigen DIY-Variante war diesmal die Oma unserer Kinder extrem fleissig und hat gleich drei Adventsketten mit Papierschachteln gefaltet und befüllt – das sind immerhin 144 kleine und große Papierkörbe.


Zwei der Adventsketten sind bei unseren Kindern gelandet und – wie wir nun seid drei Tagen wissen – stecken da ganz wunderbar gemischte Überraschungen drin. Bislang waren Süßigkeiten und kleine Dino-Radiergummis dabei. Zusätzlich gibt es jeden Tag eine Karte aus der Grüffelo-Weihnachtsbox.


Das einzige Familienmitglied, dass bislang ohne eigenen Adventskalender da stand, war der darüber schon recht betrübte Mann. Besser spät als nie bekam er deshalb am 3. Dezember noch schnell einen einfachen Teebeutel-Kalender befüllt, der mit den bereits vohandenen Filz-Adventskalenderzahlen geschmückt wurde.


Diese reduzierte Kalendervariante tut uns momentan wirklich gut. Wieviele DIY-Kalender sind es denn dieses Jahr bei euch geworden?
Rezension: Drachenschnodder
Das Kinderbuch “Drachenschnodder“* aus dem Lingen-Verlag gehört zu den Neuerscheinungen des Bücherherbstes, die mich überzeugen können. Das in A4-Größe und mit festem Einband publizierte Vorlesebuch für Kindergartenkinder von 4-6 Jahren erzählt die Geschichte eines Drachens, der völlig verschnupft in einem Wald landet.
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| Abbildung vom Lingen-Verlag |
Die Tiere des Waldes befürchten, dass sie von ihm verspeißt werden könnten und bieten ihm daher vorsorglich Gemüse, Obst und Kräuter an. Obwohl er vieles davon noch nie gegessen hat, probiert er es – und wird gesund. Zugegebenerweise ist der pädagogische Zeigefinger in dieser Geschichte sehr hoch erhoben, aber die Grundidee der Erzählung und vor allem die dazu passende Illustration machen es zu einem empfehlenswerten Vorlesevergnügen – und das nicht nur für Kinder, die nicht so gerne Gemüse und Obst essen.
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| Abbildung vom Lingen-Verlag |
Die Drachenkrankengeschichte passt übrigens ganz hervorragend zu meinerm eigenen Gesundheitszustand. Statt Schnupfen durfte ich mich allerdings gestern unter das Messer legen und mich nach verzweifeltem Arbeitseinsatz des Chirurgen, der meinte, dass mein Metall einbetoniert sei, von meinen Drähten des Ellenbogenbruchs trennen. Angenehm war und ist das nicht, aber vielleicht hilft ja auch mir ein Äpfelchen bei der Genesung.



