Rezension: schneiden, tauschen, nähen: Neues aus gebrauchten Kleidungsstücken

1. Mai 2015 | Anzeige, Lesestoff, Nähbücher, Rezensionen, unbezahlte Werbung | 2 Kommentare

Begeisterung und Skepsis liegen diesmal bei den Neuerscheinungen des Frühjahrsprogramms aus dem Haupt-Verlag dicht nebeneinander. So enthusiastisch, wie ich letzte Woche war, kann ich bei “schneiden, tauschen, nähen: Neues aus gebrauchten Kleidungsstücken“* leider nicht sein.

Abbildung vom Haupt-Verlag

Die in der Schweiz mit dem Atelier “umgarnt” selbstständige Damenschneiderin und Designerin Saphira Graziano stellt in diesem broschierten und für knapp 25 Euro erhältlichen Upcycling-Buch* über 30 Modellen vor, bei denen aus Kaufkleidung und Accesoirs neu Kleidungsstücke entstehen. Strukturiert ist das Buch in eine kurze Nähschule und die drei Hauptkapitel “Rollentausch”, “Vertauschen” und “Tauschpartner”. Die Anleitungen aus Text, Strichzeichnungen und Fotos von Oliver Rust sind sehr gut verständlich.

Abbildung vom Haupt-Verlag

Einige Oberteil-Varianten könnte ich mir tatsächlich auch selbst vorstellen, aber bei vielen Vorschlägen, habe ich mich etwas ungläubig gefragt, wer sich wirklich traut, diese Varianten im normalen Alltag zu tragen – da finden sich Strumpfhosen auf dem Kopf, Männerhosen, die aufgeschnitten und nur mit Hosenträger versehen als Kleid getragen werden und Stoffservietten, die so an ein Minikleid genäht werden, dass es den Anschein hat, man läuft mit einem Kreis aus Mülltüten durch die Gegend. Mein persönliches Highlight ist der Strumpfhosen-Bikini, der auch auf der hinteren Umschlagsseite gezeigt wird und mit dem ich mich wohl niemals in ein öffentliches Gewässer trauen würde.

Abbildung vom Haupt-Verlag

Meiner Meinung ist die Autorin dieses Buches zu nah an der Designerwelt geblieben und entwirft Mode, die ich mir sofort auf dem Laufsteg vorstellen kann, aber eben nicht im normalen Alltag. Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht die richtige Zielgruppe und sie findet bei der sich anders kleidenden Jugend genau ihr Publikum. Wenn diese Anregungen bekommen, die Billigklamotten nicht sofort gegen die nächsten auszutauschen, sondern sie kreativ weiterzuverarbeiten, hat sie ein sehr wichtiges Buch auf den Markt gebracht. Heute am Tag der Arbeit, bei dem ein Nähblogger natürlich sofort an das fast-fashion-Thema denken muss, passt meine Rezension daher perfekt und ich schicke sie daher zur neuen Linkparty Ei(nfach)-Na(chhaltig)-B(esser leben).

Abbildung vom Haupt-Verlag

Vom Haupt-Verlag wurde bereits vorgestellt:

“essbar. Wildpflanzen, Pilze, Muscheln für die Naturküche”

“Wald und Wiese: Das Naturmitmachbuch für Kinder”

 “Feiern mit den Naturkindern”

“Selbst verpackt. Schöne Verpackungen für handgemachte Produkte”

“Carrom, Kreisel, Murmelbrücke: Kinderspiele aus aller Welt zum Selbermachen”

“Quilten in der dritten Dimension: Techniken und Projekte” 

Bildtransfer. Materialien, Techniken und Projekte”  

“Schriftenwerkstatt. Fonts und Schriften von Hand entwerfen” 

“Die Biene. Geschichte, Biologie, Arten”

“Naturnah gärtnern: Die 140 wertvollsten Pflanzen für den Naturgarten”

“Lob des Unkrauts: Wilde Pflanzen in Garten und Stadt – nützlich und schön”

“Kinderkleidung im japanischen Stil: 20 Nähprojekte”

amberlights Rezensionsportal

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Kreativtagebuch einer Kunsthistorikerin mit (Ehe)Mann, zwei Schulkindern (*01/2010 & 07/2013) und einem Kindergartenkind (*09/2017) im Projekt Vierseithof (*1768) in Dresden wohnend, gerne die Welt bereisend.

2 Kommentare

  1. Ich hatte das Buch auf der Leipziger Buchmesse auch in der Hand und habe mich schon sehr über die Modellauswahl gewundert.
    Da war schon echt einiges dabei, das ich nicht mal auf Laufstegen sehen würde …

    Antworten
    • Wie beruhigend, dass es nicht nur mir so ging ….

      Antworten

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Kreativtagebuch einer Kunsthistorikerin mit (Ehe)Mann, zwei Schulkindern (*01/2010 & 07/2013) und einem Kindergartenkind (*09/2017) im Projekt Vierseithof (*1768) in Dresden wohnend, gerne die Welt bereisend.


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