Ausstellung: Katagami – Papierschablonen für den Textildruck

20. Februar 2015 | Alte Handwerkstechniken, BESUCHtes, unbezahlte Werbung | 1 Kommentar

Drei Tage vor Ausstellungsende (verlängert bis 22. März 2015!) möchte ich euch noch “Die Logik des Regens. Logical Rain” in Dresden empfehlen, die 140 japanische Papierschablonen (Katagami) von einem insgesamt über 15.000 Stücke umfassenden Bestand präsentiert. Die Färbeschablonen bestehen aus der Rinde des Maulbeerbaums und dienten der Bemusterung von Stoffen, darunter auch für Kimono.

In der Ausstellung liegt der Schwerpunkt auf der Präsentation der orginalen Papierschablonen, die hinterleuchtet in einer langen Reihe nebeneinander gezeigt werden. Drei Kimono sind ebenfalls ausgestellt und verdeutlichen die Wirkung der im Reservedruck hergestellten Stoffe. Wie beim Blaudruck wird mit einer Paste gedruckt. Die Klebreispaste wurde dabei mit Bambus-Rakeln durch die Öffnungen der Schablonen gestrichen und der Stoff damit partiell imprägniert. Nach der Färbung der Stoffe mit einem Pinsel, Fixierung und anschließenden Auswaschung der Klebreispaste wird das Muster sichtbar.

  

Das faszinierende sind aber die Schablonen, die wohl dem Washi-Papier entsprechen und damit mit den heute weit verbreiteten Maskingtaps* zu vergleichen sind. Mit einer unglaublichen Präzision wurden diese Masken handgeschnitten oder -gestanzt. Dabei gibt es Muster, die auf drei Quadratzentimetern mehr als 900 Löcher aufweisen. Zur Stabilisierung der hauchdünnen Papierstege wurden teilweise Fäden aus rohen Seidenfasern eingelegt. Jeder dieser Arbeitsschritte war hochspezialisiert und die letzten beiden Frauen, die beispielsweise dieses Fädeneinlegen – Itoire – beherrschten, starben in den 1970er Jahren.  

1899 gelangte der Bestand in das Dresdner Kunstgewerbemuseum und ist ohne den geschichtlichen Hintergrund zum japanischen Ständesystem und der vollständigen Abgeschlossenheit des Landes in der Edo-Zeit nur schwer zu verstehen. Wer es bis Sonntag noch schafft in diese Welt einzutauchen, sollte sich das nicht entgehen lassen. Ausstellung und Begleitheft im Japanischen Palais sind kostenlos.

 

Besonders gefreut hat mich übrigens, dass sich bei den vielen Mustern, sogar unser Hochzeitssymbol – das Ginkgoblatt – fand.

Zwei Bloggerinnen wollen auch diese Woche wieder wissen, für welche fünf

Dinge ich dankbar war:

1. …. dass das Tochterkind auch ohne Schwert und Schild aber dafür mit Pferd eine stolze Ritterin war

2. …. neue Stoffefür mich bereit liegen

3. … ich nun erfahren habe, dass Little Kiwi wirklich eine Überhose und keine Schwimmwindel ist

4. … ein Nähbuchauch nach der Rezensionsexemplare-Verlosung noch den Weg zu mir gefunden hat

5. … heute Abend der Dresdner Nähtreff auf mich wartet, bevor uns morgen ein schwerer Tag bevorsteht

Verlinkt beim Freutag, H54F und den Friday Fives

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Kreativtagebuch einer Kunsthistorikerin mit (Ehe)Mann, zwei Schulkindern (*01/2010 & 07/2013) und einem Kindergartenkind (*09/2017) im Projekt Vierseithof (*1768) in Dresden wohnend, gerne die Welt bereisend.

1 Kommentar

  1. Diese Ausstellung ist sehr interessant. Danke fürs mitnehmen.
    Liebe Grüße
    Gusta

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