Shirtwoche: Schlafsackbody & Topfzeit

16. Mai 2014 | Babykleidung, geNÄHtes, Kleidung, Schlafanzug, unbezahlte Werbung | 9 Kommentare

Eigentlich dachte ich ja, dass ich zur Shirtwoche von Frau Rohmilch bereits ganz viele Overlock-Ergebnisse präsentieren könnte. Die mit dem Sohnemann sonst regelmäßig spazieren gehenden Großeltern verabschiedeten sich aber in den mehrwöchigen Urlaub und die Geschenkeproduktion ließ noch keinen Freiraum für die Shirt-Näherei. Glücklicherweise hab ich da aber noch was …

Aus dem wunderbaren “Flying Dogs” Jersey, den Stoffgezwitscher* nach dem Design von Sari Ahokainen* hat herstellen lassen hat und mir zur Verfügung stellt (Danke!), ist noch in der Voroverlockzeit ein Schlafsackbody entstanden. Das Schnittmuster dazu kommt aus dem Mama-Nähbuch*, das übrigens die deutsche Ausgabe von “Growing up sew liberated“* ist. Da das feine Stöffchen GOTS-zertifiziert ist, habe ich mich besonders gefreut, daraus etwas zu nähen, was der Sohn bedenkenlos direkt auf der Haut tragen kann.

Das Vorderteil des Schlafshirts ist natürlich *hüstel* nicht verkehrtherum zugeschnitten,sondern berücksichtigt die weiterhin sehr besondere Schlafsituation des Sohnemanns. Auch mit zehn Monaten ist an seinen – durchaus gewünschten – Auszug vom Hochbett weiterhin nicht zu denken. Er schläft ganz wunderbar und völlig ohne nächtliche Schreiattacken dicht an seine Mama gekuschelt, verweigert sich aber strikt dem eigenen Bett. Immerhin akzeptiert er inzwischen wenigtens meinen Rücken.

Mit der Nachtphase haben wir – wie hier schon erläutert – kein Problem, auch wenn der Ehemann sich schon langsam mal wieder die Alleinherrschaft im Bett wünschen würde, aber die Abendgestaltung und die Mittagsschlafenszeit ist doch sehr eingeschränkt. Selbst das Einschlaf-gestillte Kind erwacht laut protestierend und mit ohrenbetäubenden Kreischanfällen sobald es den Hautkontakt verliert. Wahrscheinlich fragen sich die Nachbarn langsam schon, was wir am Abend mit unserem Sohnemann so anstellen. Wie soll man denn da (konzentriert) nähen? Die Ballons fliegen jedenfalls auf der Vorderseite nun in meine nächtliche Stillblickrichtung …

Der Schnitt ist recht witzig, denn er endet an den Füßen nur in einem einfachen Tunnelzug. Damit könnte man – so man das möchte – recht einfach nachts wickeln. In der Schlafposition bleiben die kleinen Füßchen tatsächlich drin und damit auch warm. Nur bei den Kletteraktionen rutschen die Füßchen raus, was aber sicherlich auch so gewollt ist.

Der größte Vorteil des Schlafsackbodys zeigt sich aber auf dem Töpfchen, denn dank dem Gummizug rutscht da nichts mehr rein und kann bepullert werden. Gleich in zwei verschiedenen Blogs habe ich in den letzten Tagen gelesen, das sich wohl gerade bei diesem Thema die Ost-West-Sozialisierung sehr stark zeigt. Wir – wie eigentlich unser gesamter Freundeskreis – verfrachten die Kinderlein auf den Topf, wenn sie sich selbst hinsetzen können. Hingesetzt werden und dabei nicht umfallen, zählt dabei natürlich noch nicht.

Wie ich herauslesen konnte, wird gemutmaßt, dass dabei unnötigerweise ein strenges Töpfchentraining stattfinden würde und wir erwarten, dass da wirklich etwas im Topf landet. Darüber kann ich mich nur wundern. Der Sohnemann sitzt – nachdem die Verunsicherung bei den ersten zwei (!) Topfgängen so groß war, dass das Tochterkind beruhigend die Händchen halten musste – fröhlich aussehend auf seinem Thron und ich kann in der Zwischenzeit in Ruhe die nächste Stoffwindel vorbereiten. Da gibt es keinen Zwang und auch kein Pflichtergebnis. Hineingepullert hat er übrigens die letzten Tage fast jedes Mal. Das freut mich tatsächlich!

Beim Tochterkind landete so recht zuverlässig das große Geschäft im zweiten Lebensjahr im Topf und nicht mehr in der Windel. Trocken war sie trotzdem erst mit 2,5 Jahren und damit die letzte aus ihrer Krabbelgruppe. Bei den Kurztopfbesuchen gibt es bei uns für beide Kinder immer das Klobuch. Passend zum gestrigen Blogeintrag ist das übrigens ein russisches Bilderwörterbuch, dass ich mir auf einer Russlandreise von den letzten Rubeln gekauft habe.

Verlinkt bei der Shirtwoche, Made4Boys und Kiddykram.

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Kreativtagebuch einer Kunsthistorikerin mit (Ehe)Mann, zwei Schulkindern (*01/2010 & 07/2013) und einem Kindergartenkind (*09/2017) im Projekt Vierseithof (*1768) in Dresden wohnend, gerne die Welt bereisend.

9 Kommentare

  1. Seht süß geworden! Ich hatte auch mit dem Gedanken gespielt, soetwas zu nähen, dachte aber, das Baby wär schon zu groß dafür. Aber siehe da … es ist toll!
    Und danke für den Töpfchenbeitrag.
    Ich finde, diese ewige Diskussion, ob ein Kind reif dafür ist oder nicht, sehr ermüdend. Das Kind wird ja wirklich nicht gezwungen, etwas furchtbar scheusliches zu machen, sondern kann bequem dabei weiterspielen. Und wenn nix drin ist, ist eben nix drin. Dann vielleicht beim nächsten Mal. Anders ist nur die "Freude", wenn etwas drin ist – da lacht sogar das Baby mit 😉
    Ich glaube, dabei nimmt weder Kind noch Mutter irgendeinen Schaden, noch werden hier Zwangsmaßnahmen vollzogen.
    Und ich war mit einem Jahr trocken! Weder hat es mir geschadet, noch bin ich auf diesem Gebiet hochbegabt gewesen, weil die Reifung zu früh eingesetzt hat 😀 Jedes Baby/Kind braucht seine Zeit, das sollte berücksichtigt werden, aber anbieten kann und sollte man es doch, oder?
    Und im Übrigen finde ich das wirklich erstaunlich, dass dies scheinbar wirklich ein Thema ist, welches noch nach Ost und West unterscheidet…

    Ganz liebe Grüße
    aennie

    Antworten
  2. Du ahnst gar nicht, wie gerne ich deinen Blog lese und heute ganz besonders – der Body ist ein Traum und wird sich gemerkt, wenn sich bei uns Nachwuchs Nr. 2 ankündigt :).

    Töpfchentraining war bei uns auch erwartungsfrei, allerdings hatte der kleine Mann dann eine recht lange Phase der Töpfchenabneigung, als es dann doch ernst werden sollte mit dem trocken werden. Und dann hatte die Mama eine arge Abneigung gegen das große Geschäft im Töpfchen – in der Windel kein Problem, aber im Töpfchen fand ich das ecklig hoch 5 – daher wurde der Topf schnell durch eine entsprechende Familienklobrille ersetzt.
    2 1/2 Jahre klingt ziemlich traumhaft – wir kämpfen jetzt mit 3 1/2 um die Abschaffung der Nachtwindel – die Abstände zwischen den Nächten, in denen "nichts" passiert, werden immerhin kürzer.

    Liebe Grüße
    Bine

    Antworten
  3. Ein wirklich schöner Schlafsackbody, ich bin stark am überlegen ob ich den meiner fast zweijährigen noch nähe? Wenn Sie so lange im Schlafsack schläft wie Ihre große Schwester würde das noch Sinn machen.
    Dein Beitrag zum Töpfchentraining spricht mir ebenfalls aus dem Herzen, vielleicht weil ich im Osten aufgewachsen bin? Meine Große war mit zwei tagsüber windelfrei und mit 2,5 Nachts, angefangen haben wir auch sobald sie alleine sitzen konnte. Sie fand es toll und wollte immer alleine auf den Topf. Und unsere Kleine ist jetzt 22 Monate und da haben wir es auch so gehandhabt mit dem Ergebnis, wenn einer von uns auf Toilette geht, macht Sie auch eine Sitzung 😉 Alles ohne Zwang mit viel Spaß lernen Sie das der Topf nichts schlimmes ist.
    Liebe Grüße Anja

    Antworten
  4. Ich stimme Lenchenmalzwei zu,
    das ganze ist eine uralte Ost-West-Diskussion, diee heute von Mütern weitergeführt wird, die vor 30 Jahren auf dem Topf saßen!
    Ich selbst halte es für nicht mehr zeitgemäß und auch andere Mütter, die eben auch nicht selbst auf dem Topf saßen, dürfen meiner Meinung nach gern ihre eigene, abweichende, Meinung dazu haben!

    Liebe Grüße,
    Sandra G.

    Antworten
  5. Ein sehr interessantes Kleidungsstück. Noch nie gesehen, aber scheint sehr praktisch zu sein. Wir haben die Kinder wohl etwas später aufs Töpfchen gesetzt, trotz Ostsozialisation. (Die Schwiegereltern erwähnten dann schon gelegentlich die Notwendigkeit. 😉 ) Wenn ich mich recht erinnere, haben wir bei Raphael schon recht früh eins gehabt und auch gelegentlich benutzt. Aber da es keinen wirklichen Fortschritt brachte, kamen die Kinder dann eigentlich erst auf Topf oder Toilette, wenn sie selber Interesse zeigten (oder ich dachte, jetzt könnte es mal an der Zeit sein). Der Große war mit 2 3/4 trocken, innerhalb weniger Tage. Das ging von mir aus, aber er war wohl so weit und einfach selbst nicht drauf gekommen. Nachts brauchte es noch eine ganze Weile. Die Schwester interessierte sich dann mit ca. 1,5 selbst dafür. Wir stellten aber schnell experimentell fest, dass sie zwar sehr gut bewusst loslassen, aber überhaupt noch nicht anhalten konnte. 😉 Also bekam sie ihre Toilettenzeiten (mochte sie lieber als Töpfchen) aber auch ihre Windel. Frusterlebnisse sammeln fand ich nicht sinnvoll. Die Hoffnung, dass sie bald trocken würde, erfüllte sich nicht. Da kam ein Baby dazwischen. Da dieses eine Windel bekam, wollte sie ihre nicht hergeben und verweigerte vorübergehend alles andere. Muss man auch verstehen in so einer neuen Situation. Eines Tages und viel schneller als gedacht beschloss sie selber, dass die Windel doch nicht so wichtig ist, und war ruckzuck Tag und Nacht trocken, auch noch vor dem 3. Geburtstag. Und die kleine Maus ging im zweiten Lebensjahr sporadisch aus Interesse auf die Toilette, bis sie dann plötzlich kurz nach dem 2. Geburtstag ganz von selber regelmäßig brav Bescheid gab. Im Schlaf klappts noch nicht, aber auch da vertraue ich drauf, dass es zur rechten Zeit schon so weit sein wird. Hat bisher immer hingehauen. 🙂
    Ich finde es gar nicht schlimm, das Töpfchen ohne Druck auszuprobieren. Bin eben auch ein Ossi. 🙂 Letztendlich haben wir halt die Erfahrung gemacht, dass es (meistens) am besten klappt, wenn es von den Kindern kommt. Und dass man machen kann, was man will, wenn sie sie querstellen. 😉 Solange für die Kinder kein unangenehmer Zwang draus wird und die gewählte Methode dazu führt, dass die Windel irgendwann vor dem Erwachsenenalter verabschiedet werden kann :-D, soll doch einfach jede Familie ihrem Gefühl folgen, dann passt das schon. Muss man denn immer alles kontrovers diskutieren? 🙂

    Liebe Grüße,
    Doro

    Antworten
  6. Ein wunderschöner Bodyschlafsack, egal wie rum die Ballon's fliegen …
    Wir hatten 2 dieser (etwas anderen) Schlafsäcke, aber ich war begeistert, wie einfach das Wickeln nachts ist.
    Liebe Grüße, Bettina

    Antworten
  7. Also der Schlafsack ist toll, der Trolljunge braucht für den Sommer welche, da ist sowas ideal 🙂
    Und das mit dem Buch aufm Pott ist eine gute Idee, werd ich mal probieren. unser Troll sitzt nämlich auch bei fast jedem wickeln auf seinem Thron (er ist seit der Geburt begeisterter Freiluftpinkler und hat fast immer mein Hosenbein getroffen, also ab aus Töpfchen ;))

    Liebe Grüße, Julia

    Antworten
  8. Das Schnittmuster für den Bodyschlafsack hätte ich früher gebraucht. Wir standen vor der Entscheidung entweder neue Schlafsäcke für den Kleinen oder neues Bettzeug für den Großen. Und der Kleine bekommt sein Kinderbettzeug. Wir haben uns für letzteres entschieden. Und es klappt auch.
    Zum Töpfchentraining: die Diskussion kommt wohl auch durch die Umsetzung. Beim Babyschwimmen wurden die anderen Kinder mit 6 Monaten alle 2 Stunden aufs Töpfchen gesetzt, konnten aber noch nicht alleine sitzen. Und waren damit "trocken".
    Ich selber lasse die Kinder selber entscheiden. Beide fingen mit 16 Monaten an, Interesse zu zeigen. Also hab ich sie bei Anzeichen bzw. vorm Schlafen drauf gesetzt. Der Große war am 2. Geburtstag tagsüber und 2 Wochen später nachts trocken. Mal schauen, wie lange der Kleine braucht. Momentan hat er vormittags seine Zeit, wo er auch Bescheid gibt. Er ist aber auch erst 17 Monate.
    So hat jede Familie ihren eigenen Weg. Und ich finde auch, dass das auch Kind abhängig ist, wie man am Besten vorgeht.
    LG Jasmin

    Antworten
    • Der Bodyschlafsack ist natürlich voll süß geworden.

      Antworten

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