Mundraub: wildes Obst

2. November 2012 | Bio-LEBENS-Mittel, Streuobstwiesen, unbezahlte Werbung | 9 Kommentare

Der grüne Faden in diesem Blog will euch heute auf das Mundraubportalaufmerksam machen, denn die Macher der Plattform für Obstallmende, wie sich selbst bezeichnen, haben mit viel Engagement eine Möglichkeit geschaffen, wie man besitzerlose Obstbäume und -sträucher in der Umgebung findet. Statt dem faden Beigeschmack, den Obstklau auf fremden Grundstücken haben muss, erfährt man dort, wo man mit gutem Gewissen Obst vor dem verfaulen bewahren kann. So wandern fast vergessene alte Obstsorten
auf den Tisch, die nicht der Standardnorm monopolistischer Supermarktketten entsprechen.

Die Schwiegermutter hat dieses Jahr ganze Streuobstwiesen
leer geräumt und wurde dabei zwar zunächst durch laute “Dieeebe”-Rufe aufgeschreckt, stellte dann aber fest, dass sich da nur der Streuobstwiesennachbar einen Scherz erlaubt hatte. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass er sich ehrlich freute, dass da jemand etwas mit den Baumfrüchten anfängt. Wir freuen uns natürlich auch, denn so viel selbstgemachten Apfelssaft und -mus gab es noch nie. Wenn das Tochterkind nicht gerade im Übermut weitere Apfelsaftgläser vom Tisch wirft, wandert davon sicherlich auch noch einiges in unsere Vorratskammer.

Bei uns hat nur zur Verarbeitung einiger weniger Quitten
gereicht. Ich liebe den Duft dieser alten Obstsorte, habe es aber auch vor Jahren geschafft, bei der Verarbeitung gleich vier Haushaltsgeräte zu zerstören. Inzwischen weiß ich, wie diese Steinfrüchte weich zu bekommen sind. In Alufolie (da ist es schon wieder vorbei mit der Nachhaltigkeit…) einwickeln und ab damit für eine Stunde in den Ofen. Schon sind die Quitten
butterweich und keine Gefahr mehr für Pürierstab & Co. Wie macht ihr das?

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Kreativtagebuch einer Kunsthistorikerin mit (Ehe)Mann, zwei Schulkindern (*01/2010 & 07/2013) und einem Kindergartenkind (*09/2017) im Projekt Vierseithof (*1768) in Dresden wohnend, gerne die Welt bereisend.

9 Kommentare

  1. Wir gehören auch zur Fraktion der Wildobstpfluecker. So gab es bei uns in diesem Jahr wieder Brombeeren, Mirabellen, Zwetschgen, Äpfel und Walnüsse. Leider kümmert sich hier niemand darum…..die meisten Leute ignorieren diese Dinge einfach.

    Liebste Gruesse
    Jane

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  2. Nen Herrenlosen Quittenbaum muß ich mir auch noch suchen. Ich reib nur das "Fell" ab und dann mit wenig Wasser in den Schnellkochtopf und 5-10 min kochen lassen. Schnellkochtöppe sind echt praktisch. Verkürzen die Kochzeit ungemein. Einzig Quittenkompott macht sich auf die Art nicht ganz so doll, geht aber auch.
    LG Silvi
    PS: Ich kannte das mit der Folie noch nicht.

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    • Schnellkochtopf – na klar … das ich da nicht selbst draufgekommen bin …Danke für den Tipp!

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  3. Fell abreiben, dann Kochen (ohne Schnellkochtopf allerdings ne Stunde) und dann je nach Verarbeitung. Mit Passiermühle (auch "Flotte Lotte" muss man vorher die Kerne nicht mühsam rausschneiden). Schau mal auf meinen Blog. Hab ich auch grade durch.

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  4. hallo amberlight, ich bin gerade über deinen blog gestolpert und höchstwahrscheinlich "wildern" wir die gleichen streuobstgegenden. wir haben gefühlte 10 kg mirabellen wild geerntet dieses jahr, danach hatte ich erstmal genug.
    liebe grüße aus dresden 😉

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  5. Mit Quittentips kann ich leider nicht dienen, aber Obsträubern machen wir auch gern, am liebsten in den ehemaligen Kleingärten entlang der Elbe. Aber ich pflichte dir bei – pflücken und verarbeiten lassen udn dann nur noch selbst genießen, das ist noch besser ;-)!
    Viele Grüße von Regina

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  6. Eine super Sache! Die Ofenaktion kenne ich noch nicht. Könnte man es nicht einfach in diesem Glasbräter (heißt das so?) mit Deckel weichdünsten? Hm.

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  7. die Welt ist ein Dorf, neben mundraub hab ich in Berlin gewohnt, interessantes Konzept.

    LG
    Bettina

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  8. Danke für den Tipp mit dem Portal! Ich mag bei Quitten die griesige Konsistenz nicht, deshalb mache ich meistens nur Gelee. Wildern muss ich dafür nicht, ich schaffe nichtmal alles Obst aus meinem Garten zu verarbeiten. Hm, vielleicht sollte ich im nächsten Jahr Ernte/Verarbeitungs-Partys machen?

    LG
    anne

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