Aktueller Blogbeitrag
MMM: Wandershirt Bethouia Elle Puls Dingle Way Irland
Nach dem Urlaubsblogbeitrag nach der Sommerpause, dem 12 von 12 Tagesbericht und dem Reiseshirt beim letzten MeMadeMittwoch – habt vielen Dank für die Kommentare – folgt heute mein Wandershirt als eine weiteres Irland-Thema. Als ich mir Ende 2024 das hier noch nie einzeln vorgestellte Coverlock-Flagschiff von Babylock gekauft habe, fragte meine Lieblingsnähgruppe sofort etwas spöttisch, wie viel Sportkleidung ich denn mit der Primo nähen würde, denn mittlerweile sind außen sichtbare Covernähte ja tatsächlich fast nur noch auf Sportstoffen zu finden. Für den geplanten richtigen Wanderurlaub in Irland sollte es auch deshalb unbedingt ein richtiges Wandershirt geben.


Den zu vernähenden Funktionsjersey habe ich tatsächlich schon 2018 bei Extremtextil gekauft. Als Schnittmuster habe ich mich für Bethouia von Elle Puls entschieden, denn dabei mag ich die Rückenpartie sehr. Sowohl die Tochter, wie auch der große Sohn haben ihr Geburtstagsshirt zu ihrem 9. Geburtstag aus diesem Schnittmuster bekommen – wobei ich mit dieser Erkenntnis soeben entschieden habe, welches Shirt ich heute noch für den Jüngsten zuschneide. Blogs sind toll – aber ich schweife ab.


Neben den dekorativen Coverlocknähten durfte der Plotter ran. Die Vorlage für den Vogelschwarm vorn gab es mal als Plotter-Freebie # 5 bei Liebeling, die schon sehr lange nicht mehr bloggt. Der Spruch hinten gehört zum Labeladventskalender von LaleLoup von 2024 und die Seiteneinnähermotivation – neben meinen eigenen neuen Nählabels – aus der 2025er Edition. So habe ich aus beiden Kalendern an einem Kleidungsstück mal etwas verwendet. Der Rückenplott, den ich für die Lesbarkeit auf Flexplotterfolie gepresst habe, hat aber überraschenderweise die erste Wäsche nicht überstanden. Die Nähte sahen dafür wieder ganz wunderbar aus, aber mit dem Halsausschnitt war ich trotzdem nicht zufrieden, da sich der rutschige Stoff merkwürdig bauscht.


Ein Lieblingsshirt ist es tatsächlich nicht geworden, denn es gibt noch weitere Dinge, die ich selbst bemängle – die Brustabnäher sitzen ganz klar an der falschen Stelle, das lässt sich nicht schön reden. Außerdem läuft der Abnäher auf meiner linken Seiten nicht spitz genug aus. Die Langarmvariante auf die Kurzarmversion zu kürzen – wobei es dafür früher mal sogar Anleitungen gab, die aber nicht mehr so einfach aufrufbar sind – fand ich auch keine gute Idee, denn die angedeuteten Fledermausärmel stehen merkwürdig ab.



Das größte Problem war aber, dass der Halsausschnitt für meinen Sonnenbrand-affinen-Hauttyp viel zu wenig bedeckt und das Wandershirt daher kaum im Einsatz war. Trotz meiner Erwartungen und Erinnerungen an meinen letzten Aufenthalt vor 26 Jahren auf der Insel, war das Wetter weit entfernt von einem Regen-Sonne-Wechsel. Es fiel erschreckenderweise 2,5 Wochen kein einziger Tropfen Regen vom Himmel. Den Dingle Way mussten wir daher auf Wanderwegen, die nahezu ohne Schattenplätze waren, rund um die 30°C bewältigen. Dazu kamen noch nicht wenige beißende Bremsen.



Meine Wandershirt-Aufnahmen entstanden am Inch Strand, mit dem ich eine ganz besondere Erinnerung verbinde. Mit 23 Jahren war ich mit zwei Freundinnen in Irland und davon fünf Tage mit einem Pferdewagen auf Dingle unterwegs. Das Angebot findet man auch heute noch. Am Inch Strand hatten wir und unser Pferd Simon, den wir nach einer halben Stunde Theorie und einer halben Stunde Praxis bekommen hatten, Pause und wir wanderten die lange Strandspitze entlang. Auch das Gallarus Oratory habe ich das zweite Mal in meinem Leben besucht und war wieder sehr beeindruckt.




Eine Woche mit Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft zu wandern, war – vor allem für mich und meine extrem zu Blasen neigenden Füße – wie erwartet sehr herausfordernd und trotz der beeindruckenden Landschaft waren wir etwas überrascht, wie viele Straßenabschnitte der Dingle Way dann doch hatte, während es kaum Wanderweg-Alternativen gab. Aber mit unseren drei Kindern mit nun acht, 13 und 16 Jahren diese Mehrtagestouren nun wieder gehen zu können, war großartig und hat uns als Familie auch sehr gut getan.

Trotz seiner Mängel ist das Wandershirt aber noch nicht in der hinteren Kleiderschrank-Ecke gelandet, sondern hatte nach dem Sommerurlaub bereits seinen nächsten Einsatz beim Firmenwandertag, zu dem mich die Kollegin überredete. Die 10 km durch die Dresdner Heide waren gut machbar, aber bergan über Fachthemen zu reden, war trotzdem eine andere Art der Herausforderung. Im Irland-Wanderurlaub bin ich nicht selten irgendwann ganz alleine gelaufen, während die Familie das Ziel schon erreicht hatte.
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