Rezension: Shibori. Traditionelles Färben neu interpretiert

4. August 2016 | Anzeige, Drucken & Färben, Lesestoff, Rezensionen | 3 Kommentare

Wenn es bei BloggdeinBuch tatsächlich mal eine DIY-Publikation gibt, bin ich natürlich gerne dabei und rezensiere diese. Das Shibori-Buch aus dem Verlag Freies Geistesleben gehörte dazu und ist eine Neuerscheinung, die mich begeistert.

Abbildung vom Verlag Freies Geistesleben

Bei der Autorin Christiane Hübner, die Architektur und Produktdesign an der Bauhaus-Universität in Weimar studiert hat und inzwischen das Label renna deluxe* führt, merkt man deutlich, dass sie ihr Handwerkzeug gelernt hat. Text und Foto bilden eine Einheit, die gleichzeitig so klar und erfrischend ist, dass man am liebsten sofort selbst mit dieser Technik beginnen möchte.

Abbildung vom Verlag Freies Geistesleben

Die blau-weiß gefärbten Stoffe erinnern schnell an die bekannte Wickelbatik, wobei sich dieser Begriff eigentlich auf eine Wachstechnik bezieht. Shibori ist aber eine Technik im Reserveverfahren, bei dem der Stoff abgebunden und gewickelt wird. In Japan fand diese Variante schon im 6.-8- Jahrhundert Verwendung und wurden zunächst von der armen Bevölerungsschicht benutzt, um alte Kleidung umzufärben, bevor später edle Seidenkimonos so gefärbt wurden. Bereits im Vorwort erfährt man, dass die Ausbildung zum Shibori-Meister zehn Jahre dauert und das Anwendungsgebiet neben japanischen Kimonos auch Accessoires waren. Natürlich hatte ich selbst dabei sofort die Katagami-Technik im Hinterkopf.

Abbildung vom Verlag Freies Geistesleben

Das besondere an der Technik ist nun, dass die Farbverläufe nicht wild wie bei der Batik-Färbung entstehen sollen, sondern ein gezieltes Muster angestrebt wird. Das Wissen, wie lange die Ausbildung eigentlich dauert, kann schon abschrecken, aber die Autorin betont: “Es gibt kein falsch – alles ist richtig! Ich hoffe, meine Begeisterung für diese Textikgestaltung steckt an.” (S. 6)

Ungewöhnlicherweise ist das Inhaltsverzeichnis am Anfang des Buches nicht chronologisch aufgebaut, sondern gruppiert jeweils die Technik und die Projekte. Da die Techniken jeweils sehr klingende, aber wenig aussagende japanische Namen haben, macht es wohl tatsächlich Sinn, schneller nach den Projekten suchen zu können. Im Buch werden Technik und die 23 Projekte aber immer hintereinander gezeigt. Dazu gehören Blusen – die aber nur gefärbt und nicht genäht werden – ebenso wie Stifterollen, Wäscheklammernbeutel und Kosmetiktäschchen.

Abbildung vom Verlag Freies Geistesleben

Die Schönheit der grafischen Muster führt dazu, dass selbst so einfache Nähprojekte wie ein einfaches Utensilo so edel aussehen, dass man selbst diese nacharbeiten möchte. Auf einigen Projektseiten tauchen allerdings Accessoires in Einzelbildern auf – wie die Masking Tape Rolle und das Buch beim Projekt Handytasche – die mich zunächst irritiert haben. Offensichtlich sind sie tatsächlich nur Deko-Element und gehören überhaupt nicht zum Projekt. Auch diese Aufnahmen sind aber so gut gewählt, dass es einfach Spaß macht, in “Shibori. Traditionelles Färben neu interpretiert“* zu blättern und davon zu träumen, dass die Zeit da wäre, diese Technik wirklich selbst auszuprobieren.

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Kreativtagebuch einer Kunsthistorikerin mit (Ehe)Mann, zwei Schulkindern (*01/2010 & 07/2013) und einem Kindergartenkind (*09/2017) im Projekt Vierseithof (*1768) in Dresden wohnend, gerne die Welt bereisend.

3 Kommentare

  1. Oh das Buch klingt wirklich toll. Muss ich gleich mal schauen
    Danke fürs zeigen

    Sonnige Grüße
    Katrin

    Antworten
  2. Kommt mir gerade recht. Ich will diese Technik schon lange ausprobieren. Danke für die Rezension und liebe Grüße, Griselda K

    Antworten
  3. Danke fürs Zeigen! Ich hab nun schon eine Shibori Pinnwand bei Pinterest angelegt und markiere immer mal wieder schöne Artikel dazu…
    Ich finde die Ergebnisse faszinierend! Es kann nicht mehr lange dauern, bis ich Farbe bestelle :-).
    LG, Kirstin

    Antworten

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