Im Frühjahr beschäftigte mich die Grundschule des Jüngsten mit zusätzlichen Elternprojekten doch deutlich mehr als gewohnt. Über ein Thema werde ich hier aber erst berichten, wenn wir selbst dort keinen Schüler mehr haben, da bei diesem Blogbeitrag zu deutlich werden wird, auf welche Schule unsere Kinder gehen. Parallel zu diesem Projekt und kurz nach dem sehr überraschenden Pinguin-Kostüm für die Vogelhochzeit wurde der Wunsch geäußert, dass sich die Kinder wie “Schule früher” kleiden sollten. Viel zu spät entschied ich mich, dass so ein Matrosenanzugsoberteil doch mal eben noch schnell zu nähen sein müsste.

In der ehemaligen Bloggerblase fand sich bei Hamburger Liebe ein Tutorial, dass aber nicht die gewünschte Form hatte sowie bei Fräulein Otten eine Kragenvariante, die vorne (zu) offen war. Halbwegs passend war nur die Konstruktionsanleitung von Rat und Naht, die aber nur noch über die Wiederherstellung der alten Bloginhalte abrufbar ist. Wie man das macht, wollte ich auch schon immer mal verbloggen. Das Schnittmuster selbst zu konstruieren, fand ich gar nicht so einfach. Viel lieber hätte ich da schon fertige Schnittmusterteile verwendet. Dann wäre es vielleicht auch ein vorzeigbares Ergebnis geworden.

Während mir die Rückseite und das Tuch mit einfachen Rollsaum noch ganz gut gelungen sind, war das Vorderteil des dahin gestümperten Shirts eine totale Katastrophe. Ein Nähwerk, das so eindeutig in die Kategorie Nähunfälle gehört, habe ich schon seit Jahren nicht mehr fabriziert. Der halbherzige Rettungsversuch mit immerhin farblich ziemlich gut zum Motto passenden Bändern führte dann dazu, dass Tuch und Halteschlaufe zwar zusammengenäht wurden, es sich aber im Vorderbereich trotzdem schrecklich verzog.

Von vorn sah das Nähwerk wirklich verhunzt aus, aber der Sohn wollte es (ganz freiwillig) trotzdem anziehen und war sehr stolz, dass er als einziger in der Klasse bereits einen Matrosenkragen anhatte und ihn nicht aus der Bestand des Schulmuseums nehmen musste.

Meine Nähehre war trotzdem ein bisschen angegriffen – ich bin gespannt, ob ich irgendwann nochmal in die Verlegenheit komme, eine historische Schuluniform zu nähen: dann aber hoffentlich mit genügend Vorbereitungszeit und nicht am Abend vorher.

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