Rezension: Ich bin Yola. Wer bist du?: Meine Freunde aus der ganzen Welt

27. Februar 2019 | Anzeige, Kinder-Lesestoff, Kinderbücher (2-6 Jahre), Rezensionen | 2 Kommentare

Vor 2,5 Jahren hatte ich auf meinem Rezensionsexemplarstapel bereits eine Neuerscheinung, die geflüchteten Kindern den sprachlichen Start im Kindergarten erleichtern sollte. Mein Exemplar von damals ist inzwischen auch tatsächlich im Kindergarten des Sohnes gelandet. Die 2019er Veröffentlichung “Ich bin Yola. Wer bist du?: Meine Freunde aus der ganzen Welt“* aus dem Duden-Verlag hat einen ähnlichen Ansatz.

Abbildung vom Duden-Verlag

Inhaltlich lehnt sich das 32seitige Kinderbuch an ein ausgefüllten Freundschaftsbuch an, denn auf jeder Doppelseite stellt sich ein Kind vor und beantwortet in Text und Bild die üblichen Fragen nach Lieblingstier, Essen oder Superheld. Das besondere dabei ist, dass die Kinder aus verschiedenen Ländern kommen und gleich acht verschiedene Sprachen zweisprachig neben Deutsch abgedruckt sind. Arabisch, Kroatisch, Persisch, Haussa, Türkisch oder Kurdisch gehören dazu. Am meisten hat mich Tigrinisch aus Eritrea überrascht, denn davon kannte ich noch nicht mal den Schrifttypus.

Abbildung vom Duden-Verlag

Die Vielfalt der gewählten Sprachen gefällt mir in diesem Buch sehr gut, denn die Reduzierung auf Arabisch spiegelt die Sprachenvielfalt nur selten wieder. Die Illustrationen begeistern mich hingegen weniger, wobei die Kinderzeichnungen natürlich wieder sehr gelungen sind. Problematisch bleibt bei diesen Büchern, dass in den Kindergärten die Erzieher die arabischen oder persischen Schriftzeichen nicht lesen können und damit ein Einsatz der vertrauten Muttersprache in Kombination mit dem zu erlernenden Deutsch nicht gelingen kann. Die Kindergartenkinder können wiederum selbst noch nicht lesen. Dieses Manko mildert der Duden-Verlag auf der letzten Doppelseite mit den wichtigsten Phrasen ab, die dort auch in Lautschrift abgedruckt sind. Das wäre meine Meinung nach auch für die anderen Texte sinnvoll.

Abbildung vom Duden-Verlag

Das Büchlein mit seinen verschiedenen Sprachen ist in Kindergärten sicherlich gut aufgehoben. Im besten Falle findet sich vielleicht sogar ein Erzieher, der auch die arabischen Schriftzeichen lesen kann – oder die dazugehörigen Eltern helfen weiter.

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Kreativtagebuch einer Kunsthistorikerin mit (Ehe)Mann, zwei Schulkindern (*01/2010 & 07/2013) und einem Kindergartenkind (*09/2017) im Projekt Vierseithof (*1768) in Dresden wohnend, gerne die Welt bereisend.

2 Kommentare

  1. Ich habe das Buch auch besprochen und mir ist es einfach zu einseitig.
    Mir fehlen einfach auch Kinder aus Frankreich, den USA und Russland, es ist einfach zu sehr auf Flüchtlingskinder gebürstet und winkt mir zu sehr mit dem Zaunpfahl, so sieht eine bunte Gesellschaft nicht aus. Alle Kinder im Buch sind auch vom Aussehen als "anders" zu erkennen, man sollte Kindern zeigen dass es auch Kinder gibt, die aussehen wie "typisch Deutsch" und trotzdem aus anderen Ländern kommen

    Antworten
    • Ich weiß, was du meinst und tatsächlich ist der Fokus hierbei sehr klar. Bei meinem ersten "Flüchtlingskinder"-Buch gab es eine Entscheidung für die Sprachen Arabisch, Englisch, Russisch und Türkisch, wobei in diesem Fall wieder Kinder, die persisch sprechen keinen Sprachbezug herstellen können. Die Entscheidung, ob man solche Bücher themenoffen belässt und wo man die "Sprachgrenzen" zieht, ist wahrscheinlich gar nicht so einfach.

      Antworten

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