Stich. Weihnachtliche Krankenhauslektüre

6. Dezember 2011 | Lesestoff, unbezahlte Werbung | 7 Kommentare

Die letzten zwei Tage haben wir dank der “Aktion Spielstein” im örtlichen Unikrankenhaus verbracht. Das Tochterkind musste beim Freundesbesuch unbedingt die Schmackhaftigkeit kleiner Spielstecker ausprobieren, dem ein etwas würgendes Husten folgte und unser Wunsch es bitte wieder auszuspucken, die Aussage, dass es “weg” wäre. Nun sind wir eigentlich recht entspannte Eltern und beobachteten das Tochterkind zunächst eine Weile. Nachdem sich allerdings der gesamte Mageninhalt außerhalb des Kindes befand und die Vorstellung, dass das Korpus delicti sich im Tochterkind irgendwie quer stellen könnte auch nicht beruhigend wirkte, ging es doch zu den Ärzten in Weiß.

Nach Röntgen, Zauberplaster und intravenösem Zugang folgte eine Nacht mit Infusion und Komplettüberwachung mit Pulsometer am Fuß. Am nächsten Tag war das Kindelein wieder gut gelaunt, das Essen blieb im Magen und der angebliche Spielstein wurde bis zum heutigen Tag nicht gesichtet. Magenvirus und Spielstein werden sich wahrscheinlich nie kennengelernt haben. *Gmpf* Die zweite Überwachungsnacht mit einem Kindelein, dass mit Kuscheltieren und Decke im Arm im Bett stehend mit viel Nachdruck  verkündete, dass es in “sein Bett gehen” und überhaupt “nach Hause gehen” wolle, fand ich ja aus meiner Sicht komplett unnötig. Manchmal hat es auch Nachteile, wenn das Tochterkind mit noch nicht zwei Jahren schon prima diskutieren und mit Sätzen wie “Kirschkernkissen warm machen” überraschen kann.

Nachdem das Tochterkind mit dem piepsenden Fuß doch eingeschlafen war, hatte ich wenigstens genügend Zeit um vor dem Schwesterzimmersitzer an der ewig währenden Arbeit zu schreiben und zur Entspannung die beiden Stich-Zeitungen durchzulesen, die ich mir bei Volksfadengegönnt habe. Viele tolle Projekte und Anregungen, aber dieses Jahr werde ich wohl ausschließlich am Weihnachtskleidenähen. Unser Nikolaus war also ganz anders, als ich mir das gedacht hatte, obwohl sich die Krankenhäusler doch wirklich ganz viel Mühe gegeben haben und auch dort die Schuhe gefüllt waren. Ende der Woche  gehts für mich ohne Mann und Tochterkind zum Freundinnenwochenende nach Wien. Genügend Mama-Kind-Zeit hatten wir ja nun die letzten 48 Stunden, so dass ich mir sicher bin, dass sich das vermissen auf beiden Seiten in sehr gut ertragbaren Grenzen halten wird. Wien, ich komme …

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Kreativtagebuch einer Kunsthistorikerin mit (Ehe)Mann, zwei Schulkindern (*01/2010 & 07/2013) und einem Kindergartenkind (*09/2017) im Projekt Vierseithof (*1768) in Dresden wohnend, gerne die Welt bereisend.

7 Kommentare

  1. Oh oh … Hat sie das Ding nun verschluckt oder nicht? Wir standen mal vor einer ähnlichen Frage. Kind hatte möglicherweise einen Pfennig gegessen. Es passierte bei eingehender Beobachtung aber gar nichts. Krankenhaus haben wir uns gespart. Gesehen haben wir ihn auch nie wieder. Die Rätsel der Menschheit …
    Mit kleinen "Diskutanten" kennen wir uns auch aus. 🙂 Aber immer noch besser, als Gebrüll, dessen Inhalt sich nur sehr spärlich erschließt, oder? 😉
    Dann wünsche ich noch eine entspannte Weihnachtszeit und dir viel Spaß in Wien.

    LG Doro

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  2. Also aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass da nix im Kinde war, was da nicht hingehört und wir nur in die unglückliche Situation mit einem zeitgleich auftretenden Magenproblem gekommen sind. Ob es daran lag, dass ICH am Sonntag mal gekocht habe und nicht der Mann? 😉

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  3. Oh, je das klingt ja nicht so schön! Der einzige Vorteil an Arztbesuchen ist wirklich, dass man mal zum Zeitunglesen kommt 🙂
    Lg Knutselzwerg

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  4. Oje, wahrscheinlich liegt der Spielstein irgendwo bei den Freunden unterm Sofa. 🙁
    Aber da hätte ich auch nicht so recht gewusst, was zu tun ist. Man sorgt sich halt doch.
    Die Nächte im Krankenhaus sind dann natürlich nicht gerade das, was man sich erträumt. Wenigstens habt Ihr den Magen-Darm-Virus kontrolliert überstanden. Inkubationszeit 48h… hoffentlich erwischt es Dich nicht auch noch. *daumendrück*
    LG
    Kerstin

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  5. Ich hab gerade über Tatii deinen Blog entdeckt, weil mich dein Link von wegen "Murmeln zu klein" neugierig gemacht hat. Du hast jetzt einen Fan mehr! Sehr erfrischender und witziger Schreibstil, das gefällt mir! Würde mich über einen Gegenbesuch freuen, mein Tochterkind ist auch 2 Jahre alt und lässt manchmal Sprüche los, dass es einen ganzen Blog füllen kann 🙂
    http://hexhex.blogspot.com

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  6. Ach na mensch, ihr macht ja Sachen. Dann hoffe ich, dass das was nicht hingehört, wo es nicht hingehört wirklich außerhalb der Diskussionwürdigen ist 🙂
    Und wünsche dir VIIIIEEEEEL Spaß in Wien!

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  7. Uiuiui! Das klingt echt schrecklich! Obwohl ja alles nochmals gut ausgegangen ist Gottseidank…
    Verschluckte Teile machen einem aber auch Angst! Weil wir da ja einfach nicht reinsehen können in so eine kleinen Kinderbauch…
    Ich hoffe, du kannst dein Wochenende dann doch richtig geniessen – und beneide dich ein klitzkleines bisschen darum 😉 So eine Auszeit von allem ist einfach der reinste Jungbrunnen!
    Alles Gute!!!
    Bora

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