Rezension: Spackos in Space – Zoff auf Zombie 7

20. November 2014 | Anzeige, Jugendbücher (ab 10 Jahre), Kinder-Lesestoff, Rezensionen, unbezahlte Werbung | 4 Kommentare

Da das eigene Werk ja nun erstmal vom Tisch ist, bis ich mich im kommenden Jahr um einen Verlag kümmern muss, um kein Dr. des. zu bleiben, wird es Zeit, dass ich die nächste Rezension verblogge. Der erst 2006 in München gegründete Tulipan-Verlag stellte mir via dem Portal Blogg dein BuchSpackos in Space – Zoff auf Zombie 7” zur Verfügung. Damit habe ich mal wieder ein Jugendbuch für junge Leser von 10-12 Jahren unter die Augen bekommen, zu dem es im Klappentext heißt:

“Cornelius Spacko alias Conny hat Kohldampf. Und zwar so richtig! Wenn er
nicht bald etwas zu essen bekommt, dreht er noch durch. Seit drei
Monaten treibt das Raumschiff seines Vaters, die RS Rumpel, nun durch
den Weltraum, und in den Kühlschränken an Bord herrscht gähnende Leere.
Zum Glück taucht bald ein wildfremder Planet auf. Das ist die Rettung!
Doch zu früh gefreut: Die Bewohner dieses Planeten sind fiese Zombies,
die alles andere als gastfreundlich sind …”

Abbildung vom Tulipan-Verlag

Die rasante Weltraumgeschichte von Jochen Till, großartig illustriert von Zapf, ist so witzig, dass man selbst als erwachsener Leser permanent schmunzeln muss und kaum aufhören kann, zu lesen. Die unterschiedlichen Schrifttypen im Buch – eine serifenlose Durckschrift für die Roboter an Bord und eine Schreibschrift, die ich teilweise etwas hinderlich im Lesefluß fand – gestalten das Buch sehr abwechslungsreich. Da ich berufsbedingt selbst historische Schriften ganz gut lesen kann, hat mich verwundert, dass ich mich bei der gewählten Schreibschrift tatsächlich teilweise ungewohnt konzentrieren musste – vielleicht liegt das ja an der großen Ähnlichkeit von “r” und “t” bei diesem Schrifttyp. Dafür ist Sprache sicherlich für alle Frühpupertierende cool genug – trandorkanischer Feuerquallen-Eintopf, verfrockte Schlotze, rölfen oder die Frucht Exploditis Karummsata.

Abbildung vom Tulipan-Verlag

Einige Teile der Geschichte – Weltraumreisende drohen zu verhungern, Baum mit “explodierenden” Früchten – sind überraschend nah an einem Klassiker meiner Kindheit: “Die fliegende Windmühle“*, wohl dem bekanntestes DDR-Puppentrickfilm von 1982. Da würde mich sehr interessieren, ob sich der 1966 im anderen Landesteil geborene Autor dort wirklich hat inspirieren lassen. Dennoch erzählt “Spackos in Space – Zoff auf Zombie 7” seine ganz eigene Story, denn nach der Landung auf dem Planeten wird es mit hungrigen Untoten ziemlich gruslig.

Abbildung vom Tulipan-Verlag

Die Rettung vor den gefräsigen Zombies, die Gehirne aussaugen, ist dann aber wieder so lustig, dass ich eine ganz klare Leseempfehlung für dieses Jugendbuch geben kann. Das Ende verrate ich diesmal aber noch nicht. Für 13,95€ bekommt man mit “Spackos in Space – Zoff auf Zombie 7“* 192 Seiten Lesespaß, die in gebundener Form auf den Markt kommen, was mir bei Kinderbüchern immer besonders gut gefällt.

Meine Lieblingsstelle ist übrigens die Beschreibung des wasserscheuen Weltraumkapitän-Vaters.



“Ich wasche mich nicht”, erwiderte er. “Und geduscht habe ich auch noch nie. Ich reinige mich einmal in der Woche gründlich mit dem Staubsauger. Auch unter den Achseln und hinter den Ohren.”

Abbildung vom Tulipan-Verlag

Um einen Kritikpunkt komme ich dennoch nicht herum, denn an mehreren Stellen des Buches* geht es um einen Nutella-Baum. Mal ganz abgesehen davon, dass ich mir kaum etwas irdischeres vorstellen kann, als ausgerechnet diesen Brotaufstrich, frage ich mich natürlich – etwas lokalpatriotisch – warum es nicht wenigstens ein Nudossi*-Baum ist. 😉 Mal ehrlich – wer will schon eine Schokocreme, die nur 13% Haselnussanteil hat, wenn es es eine deutlich besser schmeckende Alternative mit immerhin 36% Haselnüssen gibt.

Mit so einem Nudossi-Schnittchen in der Hand kann man es sich dann auch noch mit dem ersten Teil der “Spackos in Space“*-Serie gemütlich machen, die bereits im letzten Jahr erschienen ist.

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4 Kommentare

  1. Vielen Dank für die tolle Rezension! Es freut mich immer besonders, wenn Erwachsene ebenso viel Spaß daran haben wie die eigentliche Zielgruppe… und ich…;-)

    Den Film "Die fliegende Windmühle" habe ich nie gesehen, sagt mir auch überhaupt nichts, was sicher an meiner Geburt im anderen Landesteil liegt, wo man sich auch mit 13 % Haselnussanteil zufrieden gibt…;-)

    Liebe Grüße, Jochen

    Antworten
    • Der Autor persönlich – das freut natürlich sehr und ich grüße in den 13%-Haselnussanteil-Landesteil 🙂

      Antworten
  2. Deine Rezension klingt wirklich gut, aber der Titel?! Da war ich kurz davor, reißaus zu nehmen.

    LG von Regina, die "Samba mit Kokos" aus dem Bioladen bevorzugt 🙂

    Antworten
    • Du meinst, weil Spakos eher ein Schimpfwort ist? Ansonsten hast du schon recht, denn auch ich konnte mir den Titel aufgrund der vielen Zischlaute gar nicht so einfach merken … aber der Inhalt überzeugt 🙂

      Antworten

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