MMM & KSAL: Weste Usselwetter von Lotte & Ludwig Bürowärmeweste

5. Oktober 2022 | geNÄHtes, Jahresbingo, Kleidung, M[e]-M[ade]-M[ittwoch], unbezahlte Werbung, Weste | 12 Kommentare

Auch dieses Jahr habe ich beim feinen Nähwochenende der Dresdner Nähblogger wieder etwas für mich selbst genäht – nach der Fabelwald-Webware-Bluse 2019, dem bis heute unverändert im Einsatz befindlichen Portemonnaie 2020 und im letzten Jahr der chinesischen Seidenbluse und der Herbsthose folgte nun dieses Jahr eine Weste, die ich ganz bewusst für die zu erwartenden kühlen Bürotemperaturen geplant hatte. Vorbereitung ist alles! Junamei war es zu verdanken, dass ich mich dabei für die Weste Usselwetter von Lotte & Ludwig entschieden habe, denn die Längsstreifen an ihrem Modell gefielen mir sehr gut.

Die erste Erkenntnis war aber, dass diese Streifen wohl tatsächlich nur eine Idee der Probenäherin waren. Als Stoffe hatte ich mir zwei Stoffe aus der Loden-Manufaktur Steiner 1888 rausgesucht, die ich bereits 2015 bei einem etwas ernüchternden Fabrikverkauf mitgenommen hatte. Da es mir ja vor allem um Wärme bei meiner überwiegend sitzenden Tätigkeit ging, wurde diese Wollschicht sogar noch mit einem abgestepptem Volumenvlies hinterlegt, dessen Reste noch von der Schlagsacknäherei von der Tochter 2011 vorrätig waren. Mit Primaloft aus dem Outdoorschlafsackbereich, wie 2014 vernäht, wäre es vielleicht noch kuschliger geworden. Die Längsnähte habe ich für das verbinden der Woll- und Vliesschicht ebenfalls wiederholt, wobei mir Füßchenbreit nun doch deutlich zu eng erscheint und der obere Abschluss auch nicht so richtig gleichmäßig geglückt ist. Eine saubere Teilungsnaht wäre da besser gewesen.

Der Rücken ist ungefüttert geblieben, was nun beim Tragen eine etwas merkwürdige Gefühl zwischen sehr festem und voluminösen Vorderteil und dünner Rückenschicht mit sich bringt. Anderseits lehne ich mich ja am Rücken an und kalt wird mir tatsächlich eher vorn. Nach einem kleinen Gedankenfehler meinerseits und auf dem Kopf stehenden Webband (was man bei solchen Nähtreffs nach Mitternacht näht, ist mir noch nie geglückt und ich sollte daraus lernen), war ich aber mit den Taschen ganz zufrieden. Bei den kleinen Webbändern – einmal passend zum Webband Miss Sophie von Blaubeerstern und auf der anderen Seite die neuen Nählabels von Dortex – war ich mir unsicher, ob ich sie an den Taschen oder an der Seitennaht ausrichten soll und entschied mich dann doch für die Schräglage.

Das farblich so gut passende Webband gab es vor nun schon 10 Jahren als Dankeschön für das Probenähen des allerersten Blaubeersternschnittmusters – wie lange das nun schon her ist. Auf der Weste ist es nun das eigentlich Highlight und passt farblich auch perfekt zum Innenfutter. Dort habe ich einen Jersey vom Stoffmarkt verwendet, der ursprünglich ohnehin für mich gedacht war, sich aber 2016 in das Bolerojäkchen für die Tochter verwandelte – übrigens ein Blogbeitrag, der gestern vor sechs Jahren geschrieben wurde, was ich wiederum nur durch das Jahresrückreisetool weiß.

Mit dem kleinen handmade-Lederaufnäher auf der Rückseite und den letzten Stichen daran, war ich diesmal mit meinem Nähstück am Nähwochenenende wirklich fertig und doch nicht so ganz zufrieden. Eingenäht hatte ich einen schwarzen, zu kurzen Reißverschluss, da das passende Modell mich erst einen Tag zu spät erreichte. Ich habe zwar ein paar Tage geschwankt, aber dann tatsächlich nochmal getrennt. Das war tatsächlich aufwendiger als gedacht, denn nach der Öffnung der Rückennaht im Futterstoff mussten immerhin noch weitere sechs Nähte zum heraustrennen des alten Reißverschlusses gelöst werden, bis ich mit dem neuen überhaupt anfangen konnte.

Rückblickend bin ich aber sehr froh, es gewagt zu haben. Um den Aufwand vor mir selbst zu rechtfertigen, ist immerhin noch ein Kinnschutz dazu gekommen. Wieso dabei die Naht so merkwürdig verrutscht ist, weiß ich zwar nicht, aber das lasse ich nun wirklich so. Farblich passt er perfekt und oben steht nun nichts mehr offen.

Da ich den Beitrag – endlich mal wieder – zum MeMadeMittwoch schicken kann, muss die Weste natürlich auch noch an mir und passend dazu auch gleich noch in ihrem geplanten “natürlichen Habitat” d.h. meinem Büro gezeigt werden.

Nach derzeitigem Stand ist die Wärmeleistung tatsächlich ganz hervorragend. Die kleinen Flügelärmelchen gefallen mir auch. Den Seitennahtendpunkt finde ich allerdings gefühlt an mir zu hoch und auch die Abschlussvariante mit Schrägband – in meinem Fall elastisches – gefällt mir auch nicht so richtig. Am meisten stört mich jedoch der Sitz der Taschen, den finde ich deutlich zu hoch, denn das Hineingreifgefühl ist irgendwie bemüht.

Sollte ich also eine weitere Usselwetterweste nähen, gäbe es Anpassungen an der Stoffwahl und eine Verlängerung im vorderen Bereich. Die Bürowärmeweste wird aber auf jeden Fall zum Einsatz kommen. Näht ihr auch schon gezielt für die geplanten 19°C bei sitzenden Tätigkeiten?

Die Weste schicke ich nun nicht nur zum MeMadeMittwoch sondern auch zum Kleidungsewalong von Augensterns Welt, die im Oktober bei Mäntel und Jacken angekommen ist. Da man dort diesen Monat auch thematisch frei nähen dürfte, passt die Weste ganz bestimmt. So lange wie Loden und Futterstoff im Stoffgebirge auf Verarbeitung gewartet haben, dürfen sie auch noch zum 2022 Fabric Finish von Mit Nadel und Faden. Da aber alle drei Stoffe nur Reste waren – daher auch die etwa merkwürdige Farbkombination von blau und weinrot darf ich auch noch das Feld “Reste sind das Beste” vom Jahresbingo ankreuzen. Farblich bin ich sogar ganz in der Nähe des Farbfächers der Farbfitterie geblieben, aber auch das eigentlich nur, weil die anderen Wollstoffe alle zu klein waren.

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12 Kommentare

  1. Eine warme Weste für die kalten Bürotage zu nähen, ist eine hervorragende Idee, ich bin da bisher gedanklich nut beim Stricken angekommen.

    Deine Unzufriedenheit mit der Länge kann ich gut nachvollziehen, das ginge mir genauso. Aber die Flügelärmelchen sind sehr apart und deine Stoffwahl ist toll und die Verarbeitung sehr akkurat. Zur Wärmeerhöhung böte sich vielleicht ein Hüftschmeichler dazu an – den habe ich stricktechnisch auch noch auf meiner Agenda.

    Antworten
  2. Danke für deinen ausführlichen Bericht. Eine erste Usselwetter-Weste soll auch bei mir bald einziehen. Leider kann ich keine Verlängerung mehr vornehmen, da schon alles zugeschnitten ist und der Stoff leider nicht mal mehr für die süßen Flügelärmel gereicht hat. Aber was ich dennoch mitnehmen kann ist die gute Idee mit dem Kinnschutz am Reißverschluss. Der farblich passende RV bei dir ist wirklich ganz toll und war die Mühe wert es noch mal zu tauschen. Ich hoffe die Weste wird dich gut wärmen bei der Arbeit.
    Lieben Gruß
    Melanie

    Antworten
    • Oh, da halte ich mal bei dir Ausschau, wie deine Variante aussehen wird und das dich die Kinnschutzidee überzeugt, freut mich sehr. So soll bloggen ja sein – inspirieren lassen und nach Möglichkeiten auch etwas zurückgeben können.

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  3. Da mir auch an den Armen immer kalt wird, werden es bei mir im 19 Grad warmen Büro eher die vorhandenen Strickpullis werden. Wobei deine Weste schon sehr schick ist. Was ich auch lustig finde, ist dein Bücherschrank. Der könnte fast ein Zwilling unseres geerbten sein. Bis auf die Farbe, unserer wurde bereits von den Großeltern außen schwarz gestrichen.
    LG heike

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    • Der Schrank ist tatsächlich ein Meisterstück und hat deshalb sogar eine Inventarnummer 🙂

      Antworten
  4. Ein sehr schönes Teil! Für daheim will ich mir auch noch eine Weste nähen, aber deutlich länger mit langen Schlitzen und Knöpfen statt RV damit ich Bewegungsfreiheit habe. Im Büro komme ich mit Kleid, Unterkleid, dicken Strumpfhosen stets gut zurecht, mag es lieber kühl. LG Kuestensocke

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    • Deine Werke sind ohnehin immer ganz besonders – da bin ich schon sehr gespannt, auf deine Westenvariante. Hab Dank für deinen Kommentar bei mir.

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  5. Ein interessanter Schnitt mit den Steppnähten und den Flügelärmeln.
    Ich nähe noch nicht, habe aber schon mal den Kleiderschrank nach Strickjacken durchforstet.
    Und ich habe ein schönes warmes Dreiecktuch angeschlagen…
    LG
    Elke

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    • Da bin ich schon sehr gespannt, was wir in der Nähbloggerwelt in den kommenden Monaten noch als Wärmevariante sehen werden …

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  6. Wie toll. Die Weste sieht kuschelig und gemütlich aus und die Details gefallen mir sehr gut.
    Liebe Grüße
    Anita

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  7. Liebe Amberlight,
    na das nenne ich eine tolle Idee! Deine Büroweste sieht richtig kuschelig warm aus. Schön, dass du dir war warmes genäht hast und auch beim Sewalong im Oktober dabei warst. Ich danke dir von Herzen dafür und ich wünsche dir ganz viel Freude beim Tragen. 🙂
    Liebe Grüße
    Annette

    Antworten

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