5. Geburtstag: Geschenke und vier Kissen
Die von Näähglück* digitalisierte Hand unsere Tochter ist nicht nur auf ihrem Geburtstagskleid gelandet, sondern auch noch auf einem Kissen. Damit hat sie wie bereits im Vorjahr auch dieses mal wieder eine neue Kissenhülle bekommen.

Vernäht wurde ein Sterntaler Werksverkaufstoff, der bereits seit 2012 auf seine Verarbeitung wartet und nun aber (fast) restlos aufgenäht ist, denn diesmal entstand nicht nur ein Kissen, sondern gleich vier. Hintergrund war die gemeinsame Feiervon drei 5jährigen, die jeweils ein richtiges Geschenk bekommen sollten. Die Kissennäherei fand aber so kurzfristig statt, dass ich es diesmal nicht mal mehr geschafft habe, sie vor die Kamera zu bekommen, bevor sie verschenkt wurde.

Der Blümchenstoff mit angerauter Innenseite eignete sich für die Kissen perfekt. Als Applikationsunterlage habe ich den Kuschelstoff einfach nur rumgedreht, aber auf eine weitere Appilaktionsschicht verzichtet, weil es sonst wahrscheinlich zu dick geworden wäre. Für das eigene Nählabel*gab es auch noch Platz. Eigentlich waren die Kissen ja als Kindergartenschlafkissen geplant, aber genau zum 5. Geburtstag haben Kindergärtnerinnen und Kind beschlossen, dass sie ab sofort keinen Mittagsschlaf mehr braucht, da sie schon seit Wochen nur noch schwatzen und die anderen Kinder stören würde. Komischerweise schlummert sie am Wochenende weiterhin wie ein Murmeltier zur Mittagszeit.

Auf der Rückseite ist es ein einfacher Hotelverschluss geworden, der aber mit dem Coverlockstich des feinen Maschinchensgenäht wurde. Dabei habe ich diesmal herausgefunden, dass es bei nicht ausfransenden Stoffen ziemlich ordentlich aussieht, wenn man etwas mehr Stoff rumklappt und dann nachträglich erst den Stoff mit dem Rollschneiderabschneidet. Bislang habe ich entweder versucht, genau auf dem Stoffende zu nähen oder nachträglich mit der Schere entlangzuschneiden, wobei ich der Naht immer wieder gefährlich nahe kam – die Rollschneider-Variante war für mich die Entdeckung, die aber wahrscheinlich schon längst gängige Praxis in der Nähszene ist, oder?

Insgesamt hat das Tochterkind lauter großartige Dinge bekommen, von denen es einige sicherlich noch einzeln auf den blog schaffen werden und hiergezeigt werden. Nach den Großgeschenken der letzten Jahre, wie beispielsweise dem Fahrrad*, war der Geschenketisch zum 5. Geburtstag eher mit vielen tollen Einzelgeschenken voll beladen. Dank Mehr Sonntag gab es beispielsweise das Waldschattenspiel*, mehrere Stempelanleitungen und Hausschuhevon Giesswein, die vor allem wegen ihrer weichen Naturkautschuk-Sohle und dem Schurwolle-Material auf der Wunschliste gelandet sind. Da das Tochterkind aber zu Hause und im Kindergarten neue Fußbegeleitung brauchte, weiß ich nun auch, dass es bei Giesswein auch noch eine Hausschuhvariante mit fester Sohle gibt, die wohl speziell für Kindergärten entwickelt wurden.

Bei den beiden Waldhuhn-Büchern haben wir uns übrigens erstmal für “Frau Bengali” entschieden und ich mag es am Mittwoch, dass das Tochterkind bei diesem so besonderen Buch ganz aufmerksam zugehört und das Buch es tatsächlich geschafft hat, dass sie nun von Indien, dem Tuch und “ihrem Tiger” träumt …
Verlinkt auch bei Kopfkino.
Personalisierte Stoffe von Diwidu
Auf meinem Creadienstagstisch liegen heute ganz besondere Stoffe, denn das Münchner Unternehmen Diwidu, das genauso alt wie unser Sohn ist, hat uns einen personalisierte Stoff zur Verfügung gestellt. Gedruckt wird auf 100% Baumwolle, die bis 40° Grad waschbar ist.

Da wir ja mittlerweile zwei Kinder haben, konnte ich mich weder für einen Namen noch für nur ein Motiv entscheiden und bin nun dankbar, dass Diwidu es mir ermöglich hat, auf ein Stoffstück gleich zwei Motive und Namen anzuordnen. Für das Tochterkind habe ich “Balloon girl” rausgesucht und für den Sohn “Mond und Sterne“. Neben den Namensstoffen gibt es bei Diwidu auch noch Ausmalstoffe, Stoffsets, bereits genähte Kissenbezüge, Bettwäsche aber auch Schablonen.
Wahrscheinlich werden beide Stoffe in vernähter Form dem Osterhasen übergeben. Ich schwanke sehr, ob daraus personalisierte Kirschkernkissen, kleine Kissen oder doch noch etwas ganz anderes wird. Habt ihr noch andere Ideen?
Dresdner Nähbloggertreff im Immergrün
Auch diesen Monat haben sich die Dresdner Nähblogger wieder einen neuen Nähort erobert. Nach der Sportsbar im Januar hatte Friemeleien für uns im Februar ein Zimmer im Immergrün organisiert, der wirklich keine Wünsche offen ließ. Keine alkoholisierten Männer, ein ganzer Raum für uns, leckeres Essen und überhaupt eine sehr angenehme Atmosphäre. An den Wänden hingen sogar Kreuzstichbilder der beiden Ladeninhaber.

Mitgenäht (oder gestrickt) haben Catlog, dieAtze näht, Kuddelmuddel, Frauenoberbekleidung, Mit Nadel und Faden, Himmelblau und Sommerbunt, Kääriäinen, Friemeleien, Schau’n wir mal und Dani Ela. Diesmal konnte ich gar nicht mit allen so richtig intensiv schwatzen, weil ich ausnahmsweise mal konzentriert genäht habe. Der Anlass war zwar ziemlich traurig, denn das Beerdigungsoutfit, dass der kleine Mann am nächsten Tag tragen sollte, entstand an diesem Abend, aber eine bessere Runde hätte ich mir dafür nicht vorstellen können.
Dank Mit Nadel und Faden habe ich dabei erstmals verstanden, wie man Bündchen in gefütterte Hosenbeinen plaziert und vor allem die Hose anschließend wieder gewendet bekommt. Allein zu Hause wäre das Stück wahrscheinlich in der Ecke gelandet.
Nächsten Monat schauen wir in der Nähwerkstatt in Löbtau vorbei. Ich bin schon sehr gespannt.
Ausstellung: Katagami – Papierschablonen für den Textildruck
Drei Tage vor Ausstellungsende (verlängert bis 22. März 2015!) möchte ich euch noch “Die Logik des Regens. Logical Rain” in Dresden empfehlen, die 140 japanische Papierschablonen (Katagami) von einem insgesamt über 15.000 Stücke umfassenden Bestand präsentiert. Die Färbeschablonen bestehen aus der Rinde des Maulbeerbaums und dienten der Bemusterung von Stoffen, darunter auch für Kimono.



In der Ausstellung liegt der Schwerpunkt auf der Präsentation der orginalen Papierschablonen, die hinterleuchtet in einer langen Reihe nebeneinander gezeigt werden. Drei Kimono sind ebenfalls ausgestellt und verdeutlichen die Wirkung der im Reservedruck hergestellten Stoffe. Wie beim Blaudruck wird mit einer Paste gedruckt. Die Klebreispaste wurde dabei mit Bambus-Rakeln durch die Öffnungen der Schablonen gestrichen und der Stoff damit partiell imprägniert. Nach der Färbung der Stoffe mit einem Pinsel, Fixierung und anschließenden Auswaschung der Klebreispaste wird das Muster sichtbar.


Das faszinierende sind aber die Schablonen, die wohl dem Washi-Papier entsprechen und damit mit den heute weit verbreiteten Maskingtaps* zu vergleichen sind. Mit einer unglaublichen Präzision wurden diese Masken handgeschnitten oder -gestanzt. Dabei gibt es Muster, die auf drei Quadratzentimetern mehr als 900 Löcher aufweisen. Zur Stabilisierung der hauchdünnen Papierstege wurden teilweise Fäden aus rohen Seidenfasern eingelegt. Jeder dieser Arbeitsschritte war hochspezialisiert und die letzten beiden Frauen, die beispielsweise dieses Fädeneinlegen – Itoire – beherrschten, starben in den 1970er Jahren.


1899 gelangte der Bestand in das Dresdner Kunstgewerbemuseum und ist ohne den geschichtlichen Hintergrund zum japanischen Ständesystem und der vollständigen Abgeschlossenheit des Landes in der Edo-Zeit nur schwer zu verstehen. Wer es bis Sonntag noch schafft in diese Welt einzutauchen, sollte sich das nicht entgehen lassen. Ausstellung und Begleitheft im Japanischen Palais sind kostenlos.

Besonders gefreut hat mich übrigens, dass sich bei den vielen Mustern, sogar unser Hochzeitssymbol – das Ginkgoblatt – fand.
Zwei Bloggerinnen wollen auch diese Woche wieder wissen, für welche fünf
Dinge ich dankbar war:
1. …. dass das Tochterkind auch ohne Schwert und Schild aber dafür mit Pferd eine stolze Ritterin war
2. …. neue Stoffefür mich bereit liegen
3. … ich nun erfahren habe, dass Little Kiwi wirklich eine Überhose und keine Schwimmwindel ist
4. … ein Nähbuchauch nach der Rezensionsexemplare-Verlosung noch den Weg zu mir gefunden hat
5. … heute Abend der Dresdner Nähtreff auf mich wartet, bevor uns morgen ein schwerer Tag bevorsteht
Verlinkt beim Freutag, H54F und den Friday Fives.
Rezension: Liebe auf den ersten Stich: Einfach perfekte Kleider nähen
Nachdem ich beim Januartreff der Dresdner Nähblogger bereits in “Liebe auf den ersten Stich: Einfach perfekte Kleider nähen“* blättern durfte und etwas traurig war, dass ich die Rezensionsexemplareverteilung verpasst hatte, freut es mich um so mehr, dass mir der Verlag “Edition Michael Fischer” doch noch ein Exemplar zur Verfügung gestellt hat.
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| Abbildung Edition Fischer |
Autorin der 192seitigen Ausgabe ist Tilly Walness, die nicht nur selbst unter “Tilly and the Buttons” bloggt sondern auch der Nähcommunity bereits durch “The Great Britsh Sewing Bee“* bekannt geworden ist. Das Buch ist in sieben Hauptkapitel unterteilt, die gleichzeitig für sieben Kleidungsstücke stehen und den Näher vom Schal bis zum Kleid begleiten.
Jedes dieser Kapitel unterteilt sich wiederum in sechs-bis-zwölf Unterthemen, die von Stoffauswahl, über die zahlreichen Nähaufgaben bis hin zum Verhalten im Stoffladen oder dem nähen in der Gruppe thematisch sehr breit gefächert sind. So hält man nicht nur eine Nähschule in der Hand sondern gleich ein ganzes Kompendium zum Nähhobby. Formulierungen, wie der Hinweis, dass man beim betreten des Stoffladens tief durchatmen sollte, um nicht in Ohnmacht zu fallen, fand ich etwas übertrieben, aber folgenden Satz, habe ich dem Mann sofort vorgelesen:
“Wenn Sie sich wirklich zu einer passionierten Hobbyschneiderin entwickeln, dann wird sich Ihr Haus oder Ihre Wohnung im Laufe der Zeit ohnehin in ein Stofflager verwandeln.”
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| Abbildung Edition Fischer |
Der Aufbau des Buches ist trotz dieser Themenbreite sehr klar. Nähtechniken sind auf kariertem Papier abgedruckt, die Nähanleitung auf gelbem Untergrund. So können neben dem Schal, eine Pyjamahose, zwei Röcke, zwei Kleider und eine Bluse entstehen, die jeweils varriert werden können. Ich persönlich hätte mich noch über einen Hosenschnitt gefreut, denn die schlabbrige Pyjamahose ist wohl nur etwas für das heimatliche Sofa.
Dafür habe ich mit großem Interesse von Stoffartenempfehlungen wie Garbadine* oder Drell* für Röcke oder Double Gauze* für Pyjamahosen gelesen. Wie bringe ich denn nun dem Mann bei, dass alle diese Stoffarten bislang komplett in meinem Stoffgebirge fehlen?
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| Abbildung Edition Fischer |
Nicht alle Stellen des Buches sind für mich ganz konsequent. So werden beispielweise auf der Zubehörseite vier Nähfüße für den Einstieg empfohlen, aber auf der Abbilung fünf gezeigt. Vielleicht ist das fünfte auch der Nähfußhalter, aber irritiert bzw. besonders neugierig war ich trotzdem. Der Text liest sich wunderbar leicht und ist nahe an der (gut vertrauten) Bloggersprache. Auf S. 73 hat mein Auge – wie schon häufiger in Rezensionsexemplaren – ein Buchstabendreher angesprungen aber insgesamt wurde die englische Ausgabe* sehr überzeugend in die deutsche Sprache übertragen.
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| Abbildung Edition Fischer |
Auch bei diesem Nähbuch müsste man die einzelnen Modelle nachnähen, um die Passgenauigkeit der Schnittmuster wirklich einschätzen zu können. Für jedes Modell gibt es eine eigene Größentabelle, die von den üblichen Konfektionsgrößen abweicht und mit Zahlenangaben 1-8 arbeitet. Dafür sind die Schnittmuster, die am Ende des Buches in einer Aufbewahrungstasche untergebracht sind, jeweils Einzelschnitte, die sich nicht mit den anderen Modellen überschneiden. Für Nähanfänger ist das sicherlich eine große Erleichterung. Insgesamt bleibt “Liebe auf den ersten Stich: Einfach perfekte Kleider nähen“* für 22,99 Euro ein Buch für Anfänger und Fortgeschrittene. Bei den Modellen muss man allerdings eine gewisse Affinität zum Kleidungsstil der 50er und 60er Jahre haben.
Vom EMF-Verlag wurde bereits vorgestellt:
“Wohlfühlwohnen: Kreativprojekte für ein gemütliches Zuhause”






