Nachdem mir der Bündchenstoff der bereits fertiggenähte Wendezipfelmütze von Klimperklein zu dick erschien und ich mir über Druckstellen am Neugeborenenköpfchen Gedanke machte, entstand kurz vor der Geburt des Sohnemanns noch die Wendebindemütze*, ebenfalls wieder von Klimperklein, die mir die perfekte Erstlingsmütze zu sein schien. Außerdem hatte ich diese Variante kurz zuvor bei Himmelblau und Sommerbunt gesehen und musste daher unbedingt ein weiteres Minimützchen unter der Nadel vorziehen.

Die Mütze – aus dem Fischestoff vom Sterntaler Werksverkauf und dem Ringeljersey von Frau Blaubeerstern– war also vorbereitet, als sich der Sohn recht überraschend zehn Tage vor seinem errechneten Schlupftermin auf den Weg machte. Er hätte ruhig etwas eher Bescheid sagen können, denn dann wären wir nicht erst weit nach Mitternacht ins Bett gegangen, um kurz nach drei Uhr wieder aufzustehen, um sich auf den Weg in die Klinik zu machen. Ohne meine Vorgeschichte wäre ich sicherlich bei einer außerklinischen Geburt deutlich besser aufgehoben gewesen und hätte eine Hausgeburt oder wenigstens ein Geburtshaus bevorzugt.

Da mir aber keine Wahl blieb, verlief die Geburt wenigstens so, wie ich mir das gewünscht hatte. Keine medikamentösen Eingriffe vor und vor allem nach der Geburt, auspulsieren der Nabelschnur und keine manuelle Lösung der Plazenta. Meine Wünsche, die nicht immer mit der klinischen Routine zu vereinbaren sind, wurden tatsächlich alle umgesetzt und die Hebamme konnte die über die in Kliniken zulässige Wartezeit zur Plazentalösung sogar mit etwas Akupunktur verkürzen. So landete der Sohnemann nach nur vier Stunden als Sternenkucker in unseren Armen und zeigte ein weiteres Mal, dass mein Körper ein bisschen anders als üblich reagiert, denn bei dieser Kindslage, die wohl nur bei 5% vorkommt, verlängert sich die Geburt eigentlich deutlich und endet nicht selten mit der Saugglocke oder Notkaiserschnitten.

Die nächsten Stunden war ich mit meiner eigenen Atonieprophylaxe gut beschäftigt, trank den empfohlenen Tee, warf entsprechende Globuli ein, lag viel auf dem Bauch u.ä. Erfolgreich war dieses Programm leider nicht, denn am Nachmittag wurde ich wieder zum Sonderfall Spätatonie – nur das diesmal alle vorbereitet waren und schnell(er) reagiert wurde. Da ich hier wieder fleissig blogge, wurde dabei alles richtig gemacht und ich habe nicht den Löffel abgegeben.

In der Zwischenzeit gab es mehrere Versuche dem frisch geschlüpften Sohn den Kopf zu schrubben und ihn bei tropischen Temperaturen in mehrere Schichten dicke Krankenhauskleidung, die es bei der Tochter im Winter gab, hüllen zu wollen, was wird dankend ablehnten und lieber weiter nackt kuschelten. Der Ehemann durfte auch diesmal wieder mitkuscheln, da ein Familienzimmer frei war.

Irgendwann haben wir (!) ihn dann aber tatsächlich angezogen, wobei er sofort zum farbenfrohesten Baby der ganzen Station wurde. Von Kopf bis Fuß komplett eingenäht, konnte ich ihn nicht nur in die Mütze, sondern auch in den perfekt passenden Fischebody und die Strampelhose kleiden. Nur die Mütze saß schon etwas knapp, da der kleine Mann mit 34,5 cm Kopfumfang ein größeres Köpfchen zu bieten hatte als erwartet.

Da das Outfit dem Sohnemann auch diese Woche noch passt und am Montag getragen wurde (bis auf die Mütze), wird dieser Blogeintrag zu my kid wears geschickt und bei Made4Boys und Kiddykram verlinkt, sowie bei Fotoprojekt “beauty is where you find it” Thema “Das große Glück”nachgereicht, denn das ist der kleine Mann ebenso wie die große Schwester.