Am Montag, zum Internationalen Tag der Hebammen, fand in Dresden die zweite große Demonstration in diesem Jahr statt. Im Vergleich zum März zeigten diesmal noch mehr Menschen, wie wichtig Ihnen dieses Thema ist und das eine Familienplanung ohne eine Betreuung in den – wie es bei einer Rednerin hieß – drei heiligen Zeiten einer Frau: Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit einfach nicht denkbar ist. Der Demonstrationszug zog vom Goldenen Reiter über die Augustusbrücke bis zur Frauenkirche. Auf der Brücke mahnten auch noch nach dem Durchmarsch viele aneinandergereihte Kinderbilder an die Hebammen, die momentan quasi auf ein Berufsverbot zusteuern..

Leider waren wir diesmal etwas zu spät dran und so stiefelte ich mit dem großen und dem kleinen Kind dem Demonstrationszug nur hinterher. Vor der Frauenkirche hatten wir es dann aber geschafft und reihten uns dort in eine wirklich große Gruppe ein. Gefunden haben ich die Angabe, dass es 3000 gewesen sein sollen, aber da es deutlich mehr als die 2500 vom März waren, könnte ich mir sogar vorstellen, dass die Zahl höher gewesen sein muss.

Am Rande der Menschenmasse, denn ich bin mit zwei kleinen Kindern nicht so gerne ein mitten-im-Pulk-Steher, habe ich sogar einen Gesellen auf der Walz gesehen. Drei Jahre und ein Tag* … ich bewundere das sehr.

Mein persönlicher Höhepunkt und gleichzeitig die Möglichkeit das Tochterkind zum geduldigen Anhören der Redner zu überreden, war allerdings der Auftritt von Gerhard Schöne*, von dem ich bislang noch gar nicht wusste, dass er selbst fünf Kinder hat. Das Tochterkind war zwar etwas enttäuscht, dass er statt “Jule wäscht sich nie“* etwas anderes gesungen hat, aber ich fand es großartig, dass er da war, um dieses wichtige Thema zu unterstützen. Gesungen hat er übrigens unter anderem “Brief an das Fischlein“*, den seine Frau geschrieben hat, als sie mit dem ersten Kind schwanger war. Ein passenderes Lied hätte es an diesem warmen Frühlingsabend wohl kaum geben können.