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Rezension: Die Sternennacht
Nach über 170 Buchrezensionen (unglaublich, oder?) hat man schon so vieles gesehen und bewertet, dass wirkliche Überraschungen meistens ausbleiben. Eine Ausnahme macht dabei aber “Die Sternennacht“* von Jimmy Liao. Der Taiwanese veröffentlichte 1998 sein erstes Buch während einer schweren Krankheit als Abschiedsgeschenk an seine Familie mit 40 Jahren. Er überlebte und publiziert seitdem Bilderbücher für Erwachsene, wobei “Die Sternennacht” für junge Leser ab 12 Jahren empfohlen wird, da es eine Geschichte über das Erwachsenwerden erzählt.
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| Abbildung von chinabooks.ch |
Das 70seitige Buch hat mich tatsächlich vollständig in seinen Bann gezogen. Die Bilder sind ebenso intensiv, wie gleichzeitig magisch und faszinieren durch eine ganz eigene Bildsprache. In wenigen Sätzen wird dazu die Geschichte eines Mädchens erzählt, dass sehr einsam ist, in der Schule keinen Anschluss findet und im Elternhaus keinen Rückhalt hat. Der Junge, der in das Haus gegenüber zieht, ist genauso schweigsam und zurückgezogen, wie sie.
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| Abbildung von chinabooks.ch |
Beide verlassen im Sommer die Stadt und besuchen das Haus der verstorbenen Großeltern des Mädchens. An diese Stelle der Geschichte tritt das Wort vollständig in die Hintergrund und es folgen mehrere Doppelseiten mit wirklich großartigen Illustrationen. Während die Zeichnungen im ersten Teil des Buches voller skurriler Details sind, scheint der Mittelteil eine heile Welt zu zeigen, die – bei aller Melancholie des Buches – ein Glücksgefühl auslöst. Was für Farben!
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| Abbildung von chinabooks.ch |
Nach der Rückkehr erkrankt das Mädchen und wird den Jungen nie wieder sehen, die Erinnerungen an den Sommer aber auch nie verlieren. Dieses Buch hat es tatsächlich geschafft, dass ich nach der Lektüre ergriffen war. Nahezu unbemerkt eingetreut, werden die ganz großen Fragen gestellt. “Hättest du Angst, wenn wir beide die letzten Menschen auf der Welt wären?”. Im letzten Teil gibt es zwei Aufklappseiten mit einer wirklich großformatigen Illustration zum Zimmer des Jungen.
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| Abbildung von chinabooks.ch |
Die asiatische Welt fasziniert mich seit meiner China-Reise im letzten Jahr noch ein bisschen mehr und der Bezug zu Taiwan ist durch unsere Übersetzerin, die aus diesem Land kommt, auch unvergessen. Das Bilderbuch “Die Sternennacht“* wird vermutlich nicht für das Kinderzimmer freigegeben, sondern im eigenen Buchregal bleiben. Dort macht es sich neben meiner Studienlektüre auch ganz ausgezeichnet, denn der Buchtitel bezieht sich auf ein Gemälde von van Gogh, das im Buch ebenso auftaucht, wie Werke von Réné Magritte. Eigentlich würde ich es bereits jetzt gerne mit der noch nicht achtjährigen Tochter teilen, die wohl auch schon erlebt hat, wie es ist, sich als Außenseiterin zu fühlen. Bislang konnte sie sich zwar immer wieder freischwimmen, aber irgendwie erinnert sie mich doch sehr an meine eigene Gefühlswelt in den Kindertagen. Wahrscheinlich wäre es aber wirklich noch zu früh.
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