Am Sonnabend war Kindertag und da man die Muster der eigenen Kindheit dann eben doch – bewusst oder unbewusst – wiederholt, sollte es für das Tochterkind ein besonderer Tag werden. Dabei zählt für mich nicht der Süsskram, sondern eher ein Erlebnis, an das man sich gern erinnert. Bei mir selbst ist das beispielsweise ein Besuch auf dem Dresdner Fernsehturm, der nun leider schon seit 22 Jahren geschlossen ist. Für das Tochterkind gab es daher eine persönliche Einladung, die verriet, dass man bis zur Überraschung ein kleines Stück Auto fahren wird und dann dort sogar der Wolf dabei sein würde. Die Augen strahlten.

Entschieden hatten wir uns für das Puppentheater in der Zschoner Mühle, in der am Kindertag “Rotkäppchen” vom Puppentheaer Böhmel gezeigt wurde. Glücklicherweise waren die Karten bereits vorbestellt, denn die Situation dort zu stehen und dem freudig aufgeregten Kindelein erklären zu müssen, dass man doch nicht reinkommt, mag mich mir gar nicht vorstellen.

Das Tochterkind, von den Puppentheaterbesuchen aus ihrer Tagesmutterzeit perfekt vorbereitet, war ebenso beglückt wie wir und staunte über den Kaspar als Grünkäppchen, der den erkrankten Jäger vertreten musste. Nur über das Ende hat sie sich beklagt, denn der Wolf landete bei der Polizei und nicht im Brunnen, wie sich das gehört …

Wie sieht denn euer Kindertag aus? Unternehmt ihr etwas oder kommt bei uns da eher die DDR-Kindheitsprägung durch? Neben dem Puppentheater war übrigens das wild sprudelnde “Bächlein” im Zschoner Grund” sehr beeindruckend und nach der gestrigen Fahrt vorbei an Saale, Mulde und Weißer Elster habe auch ich ein deutliches 2002-Hochwasser-Deja-vue-Gefühl. Mal schauen, was der Tag in meiner Region noch so alles bringt …