Anfang des Jahres habe ich bei “Mama, ist das vegan?” bereits einen Blick in die vegane Ernährung gewagt und mich deshalb gefreut, dass mir der Unimedica-Verlag mit “Vegane Schokolade. Unvergleichlich köstliche und verführerische milchfreie Desserts“* nun ein richtiges, 316 Seiten umfassendes Rezepte-Buch-Schwergewicht auf den Tisch gelegt hat. Und was für eines – Schokolade so weit das Auge reicht und in allen nur erdenklichen Varianten.

Abbildung von Unimedica

Die New Yorker Konditorin Fran Costigan, die wie man im Vorwort erfährt bereits als Kind zum Frühstück Schokoeis bekam, weil sie keine Milch trinken wollte, ist die Autorin dieser Neuerscheinung von 2013, die seit diesem Jahr nun erstmals auf deutsch vorliegt. Vegan ernäht sie sich, weil sie eine Laktoseintoleranz hat, wobei sie viele Jahre komplett auf Süßigkeiten verzichtet hat (und selbst die Geburtstagskerze des Sohnes in einen Korb mit Süßkartoffeln stellte!). Der Familie scheint es inzwischen deutlich besser zu gehen, denn die Autorin kreiert Schokovariationen, die weder nach Pflanzenmargarine noch nach Tofu schmecken. Vegane Schokoköstlichkeiten, die nicht “vegan” schmecken.

Abbildung von Unimedica

Der durchaus amüsanten Einführung folgt ein ausführliches Grundlagen-Kapitel zu den veganen Zutaten, in dem mein Lieblingssatz “Eines steht fest: Schokolade ist gut für Sie!” mit gesundheitsfördernden Antioxidantien sogar wissenschaftlich begründet wird. Die folgenden zehn Kapitel beinhalten Rezepte zu “Trüffel-Pralinien”, “Kuchen”, “Showstopper”, “Cookies, Riegel und süße Happen”, “Pies und Tartes”, “Cremes, Puddings und Mousses”, “Gefrorene Desserts”, “Konfekte”, “Getränke” und “Meisterrezepte”. Es folgen Bezugsquellen, eine Bibliographie, der Index und das Rezepteverzeichnis.

Abbildung von Unimedica

Sehr sympathisch macht das Buch, dass es bei jedem Rezept ein persönliches Vorwort der Autorin gibt, in dem der historische Hintergrund aber auch eigene Erlebnisse beschrieben werden. So ist es kein reines Küchenbuch sondern durchaus auch eine Abendlektüre, auch wenn die Gefahr besteht, dass man danach ganz schnell an den Herd muss. Glücklicherweise sind die Zutaten, wie auch die Bezugsquellen auf den deutschen Markt adaptiert und es wird mit g- und ml-Angaben gearbeitet. Neben der Zubereitung des Rezeptes gibt es jeweils Hinweise zum Servieren und zum Aufbewahren.

Abbildung von Unimedica

Leider werden bei den milchfreien Rezepten auch immer mal wieder Zutaten verlangt, die noch nie meine Küche gesehen haben und die wahrscheinlich auch schwer zu besorgen sind: Medjool-Datteln, veganer Orangenblütenhonig (ist Honig vegan?), Triple Sec oder Mochi. Insgesamt bleiben die Küchen-Kuriosita aber relativ selten und bei den meisten Zutatenlisten wiederholen sich die Angaben, so dass man sich relativ leicht eine vegangen Grundzutatenvorrat anlegen kann. Wirklich negativ ist mir an diesem Buch nur das Layout aufgefallen, denn die einzelnen Abschnitte sind teilweise so gesetzt, dass es Seiten gibt, auf denen nur eine Zeile steht, während die übrigen Seite leer bleibt. Was hat sich der Gestalter denn dabei gedacht? Soll ich dort zum Stift greifen und mir selbst Notizen machen? Es überwiegt aber insgesamt – auch dank der großartigen Fotografien von Kate Lewis – ein positiver Gesamteindruck. Für 24,00 € bekommt man ein Buch*, dass vollgestopft ist mit leckeren Rezepten, die man am liebsten alle sofort nachkochen möchte. Dazu braucht man aber teilweise richtig viel Zeit und darauf warte ich momentan leider gerade vergeblich.

Übermorgen ist Nikolaus. Was ist denn bei euch im Schuh? Gibt es (nur) Schokolade? Vielleicht sogar in der vegangen Variante? Berichtet mal …

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