Seit ich im Oktober 2024 wieder begonnen habe, bei der 12v12 Serie mitzumachen – was damals eigentlich nur als Wandertipp für die Sächsische Schweiz gedacht war – habe ich schon einige Male damit gerungen, in wie weit ich damit die Tür zur sonst geschlossenen beruflichen, aber auch privaten Tür wirklich öffne. Das es nun der Zufall wollte, dass der 12. im Juni 2026 auf einen sehr emotionalen Tag fiel, gehört nun eben auch zu unserem neuen Alltag und passt auch zum Jahresmotto.

Der Freitag begann mit einem Schulstart für den Jüngsten erst zur dritten Stunde und so konnten wir uns besonders lang in den Tag kuscheln. Wie sehr genieße ich das mit dem Jüngsten, denn mit den anderen beiden ist diese Zeit nun wirklich vorbei. Das mittlere Kind blieb kränklich zu Hause und musste Mittags verköstigt werden. Leider verpasste er damit auch seine Pfadfinderfahrt, die an diesem Tag starten sollte. Ich blieb im Homeoffice und hatte genug zu tun, um nicht zu sehr über den weiteren Tagesverlauf nachzudenken. Termine gab es zum Glück auch kaum. Statt die Zeugenaussagen in der inzwischen 800-Seiten umfassenden Akte zum Gewaltverbrechen an meinem Vater nochmal zu lesen, bastelte ich lieber noch eine Dankeskarte und widmete mich dem ewigen Wäscheberg.
Kurz nach 18:00 Uhr waren alle drei Kinder wieder daheim und wir schwangen uns nach einer kurzen partnerschaftlichen Krise auf das Fahrrad. Angesichts der drohenden Regenwolken und wenig Begeisterung halb verschwitzt zum Treffpunkt zu kommen, fand ich die Fahrradfahridee meines Mannes absolut doof. Er entzog sich dem Gemeckere meinerseits indem er erst noch einen Kuchen für den Besuch seiner Schwester am nächsten Tag fertig machte und nachradelte. Angekommen sind wir trotzdem fast zeitgleich. Ab 19:15 Uhr trafen wir uns im Carolaschlösschen mit zwei der vier Zeugen und Ersthelfer meines Vaters. So konnten wir uns wenigstens bei den beiden Männern, die den auch gegen sie gewalttätigen Beschuldigten bis zum Eintreffen der Polizei vor Ort hielten, mit einem Essen bedanken. Es würde zu diesem Abend sehr viel zu berichten geben, aber da gehört nun vorerst tatsächlich nicht in diesen blog. Das wir und meine Mutter an diesem Abend selbst mit einem Rosenstrauß beschenkt wurden, hat uns ebenso sehr berührt, wie die Möglichkeit diese drei Menschen kennenlernen zu dürfen, mit denen sich sonst unsere Wege wahrscheinlich nicht im Leben gekreuzt hätten.
Erst kurz vor Mitternacht waren wir wieder zu Hause. Mein Mann behielt natürlich wie immer recht, dass es zwar dazwischen heftig regnete, wir aber ohne nass zu werden, wieder nach Hause radeln konnten.
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