Für das nähen von Vorhängen ist hier eigentlich mein Mann zuständig, aber beim Umzug seiner Trauzeugin ins eigene Haus war er letztes Jahr mit den groben Aufgaben wie Lampenanbringung an den Decken beauftragt und ich durfte an die Nähmaschine. Das kürzen zweier Vorhänge und das Nähen von neuen Gardinen war gewünscht. Nichts leichter als das dachte ich mir und war glücklich, dass ich meiner Nähmaschine nach der Kistenpackerei entspannt an die Nähmaschine durfte.


Das Ausmessen und Nähen war ein vermeintlicher Selbstläufer … bis ich mein Werk das erste Mal an die Fenster brachte und feststellte, dass der dünne Vorhangstoff ein Eigenleben entwickelt hatte und sich so weit aushängte, dass er zu lang war. Wenn ich mich mit mehr als Jahresabstand richtig erinnere, waren drei Anläufe notwendig, bis ich endlich zufrieden war. Die Schwester meiner Trauzeugin fand zwar schon mit dem Erstlingswerk gut, aber ich kam mir doch sehr dilettantisch vor, so oft nochmal ran zu müssen.


Etwas entspannter wurde es dann bei den grauen Vorhängen, die nur zu kürzen waren. Die neue Hausbesitzerin hatte jeweils recht genaue Vorstellungen, wie viel Bodenabstand gewünscht war, was sich bei dem Aufängeclips gar nicht so einfach berechnen ließ.


Auch dieses Jahr habe ich meine Vorhänge schon besucht und bei ihnen übernachtet. Das weiße Tüllzeug hat noch etwas mehr nachgegeben, aber es sieht gut so aus. Ich hätte nicht gedacht, dass mich die Vorhängenäherei so viele Nerven kostet.

Ein Stück Reststoff habe ich übrigens für mein Stoffgebirge mitbekommen. Ich bin gespannt, was ich daraus mal nähen werde. Während der aufregenden Näherei hat mich übrigens die Musik von Stasey Kent* begleitet. Das ich diese CD danach geschenkt bekam, finde ich ganz wunderbar – ich höre sie wirklich gerne.

Habt ihr auch schon mal Vorhänge gekürzt oder selbst genäht?
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