Zieleinlauf mit letzter Kraft. Eigentlich hatte ich mir den Endspurt deutlich entspannter vorgestellt, aber die Vorweihnachtszeit ist eben doch nicht zu unterschätzen und die Probleme beim tatsächlichen Kleidungsnähen auch nicht. In den letzten Stunden habe ich schon ein bisschen gezweifelt, ob ich den Zeitplan wirklich einhalten kann oder das “Ding” in die Ecke werfen und mich den wirklich wichtigen Dingen widme, wie beispielsweise Geschenke einpacken.

Die erste Anprobe am gestrigen Tag ergab den spitzen Kommentar des Ehemanns, dass ihn der Schnitt an eine Kittelschürze erinnern würde. Mich störte allerdings deutlich mehr, dass der Stoff nach dem (zweimaligen) einnähen des nahtverdeckten Reißverschlusses am Rücken derartige Wellen schlug, dass das Stück als nicht tragbar eingestuft werden musste. Das Experiment mit Abnähern machte mich auch nicht glücklicher und gab dem Nahtauftrenner sehr viel Arbeit. Der Ehemann schlug vor den Reißverschluss erneut abzutrennen und versetzt zu befestigen. Gesagt, getan und dann doch tatsächlich gelungen. Meint sogar der Ehemann. In einem Anfall des Nahwahns entstanden dann noch schnell passende Stulpen aus Wollwalk. Kleid und Stulpen sind mit einem Stickmotiv der Illustratorin Eliza Wheeler, erhältlich bei Urban Threads,  verziert und mit selbstgemachten Paspelstreifen aus grüner Wildseide festlich verschönert.

Die nächtliche Stunde erlaubte keine wirklich repräsentativen Aufnahmen mehr und außerdem war der Ehemann gerade mit der Zubereitung der Ente beschäftigt und daher wenig kooperativ. Auf dem Bild sehe ich natürlich sofort seltsame Falten auf der Schulter und habe außerdem das Gefühl, dass ich auf gar keinen Fall beim Festessen zuschlagen darf. Wahrscheinlich hat mich der Ehemann aber nur unvorteilhaft aufgenommen. Ich bin jedenfalls zufrieden und werde mein allererstes für mich selbstgenähte Kleid, nach dem Schnitt SVEA, mit Stolz tragen. Ohne die Weihnachtskleid Sew Along Aktion hätte ich das nie in Angriff genommen und erst recht nicht durchgehalten. Danke, Frau Organisatorin. Ganz viele wirkliche Kleider, bei denen ich mich nun kleinlaut mit meiner schnöden Tunika einreihe, finden sich hier. Und nun auf zum Geschenke einpacken … eine Stunde hat der Tag ja noch.

Meinen Blog-Lesern wünsche ich ein Frohe Weihnachten! Vor dem Rutsch ins kommende Jahr liest man sich bestimmt nochmal.