Bestickte Hochzeitskarte

Nach langer Zeit ist mal wieder eine bestickte Karte unter der Nadel vorgehüpft, die passend zum Blumenmädchenkleid gestaltet wurde. Das Hochzeitspaar wird nach einigen Hin- und Herumzügen sowie Wurzeln in jeweils verschiedenen Städten, nun in Hannover sesshaft. Auch ein Haus wird gebaut. Dabei gibt es die Auflage, dass alle Bäume, die weichen müssen, auch wieder anzupflanzen sind – und das sind in diesem Fall gleich 15! Da mir die Idee ein Stück Baum zu schenken ohnehin gut gefallen hat, gab es auch von uns Baum-Euronen. 

Gestickt wurde der Baum von Mäde! by Kasia auf reiner Wildseide, die ursprünglich für das Tochterkindkleid bei der eigenen Hochzeit erworben wurde. Der Applikationsstoff ist von der Kreativwerkstatt. Auf den aufwendigen Rollsaum habe ich diesmal verzichtet und auch das Stickvlies wurde nicht entfernt – so hat knittert nichts und der Stoff hat auch genügend Stand.

Stoff-Frisbee

Der bereits hier gezeigte Stoff-Frisbee zum Männertag war eigentlich schon das zweite Exemplar, dass von der Nadel gehüpft ist. Wenige Tage zuvor entstand – natürlich ebenfalls nach dem Tutorial “Easy Peasy Frisbee” von Sewbeedoo – ein oranges Stoff-fliege-Ding, dass als Geschenk zur Schwägerin wanderte.

Dank dem richtigen Kreisschneider ging es wieder ganz flott. Vernäht wurden zwei Stöffchen aus dem Stoffgebirge, die beide irgendwann als Geschenke zu mir gewandert sind. Der retro-IKEA-Stoff mit seinem Monstera-Blatt passt zu den Beschenkten geradezu perfekt, da sich beide für Pflanzen in großer Zahl begeistern können. Damit ist nun auch die zu dünne Bleikordel aus dem örtlichen Gardinenladen aufgebraucht und ich kann nun überlegen, ob ich mir nicht gleich eine dickere Variante kaufe oder weiterhin doppelt lege … nur über die richtige Stärke bin ich immer noch unschlüssig.

Aktion: Ein Jahr – eine Decke (Teil 3)

Bereits Ende Mai wäre es eigentlich Zeit für den nächsten Jahresdeckenzwischenstand gewesen und nun sind wir schon weit in den Juni gerutscht, bevor ich Bericht erstatten kann. Dafür war ich in der Deckentheorie nicht untätig, denn bevor es nun wirklich so richtig losgehen sollte, habe ich mich doch nochmal mit dem wie-soll-es-werden-Plan beschäftigt.

Dank dem Gutschein, der meine ehrenamtliche Unterstützung der Bretagne-Fahrt einer Dresdner Schule versüßt, konnte ich das DIY-Buchregalgleich mit drei neuen Buchschätzen auffüllen: Das Mama-Nähbuch,
Richtig nähen mit Overlock- und Coverlock-Maschinen und
Die Grundlagen des Patchworks: 12 Quiltprojekte in frischen Farben, mit dem ich nun wirklich beim Thema Patchwork angekommen bin.

Bislang hat mich dieses Stoffreste-zusammensetzen ja wenig begeistern können, wobei ich bei 19nullsieben immer schon gestaunt habe, was da – ganz frisch aussehend – möglich ist. Ein Projekt aus dem Buch wird es nun dennoch nicht werden und auch die Log Cabin Variante kommt nicht zu Einsatz. Überzeugt hat mich die Tiny Ticker Tape Variante von Ellison Lane, die ich über Sew, Mama, Sew gefunden habe.

Dazu brauche ich allerdings von Anfang an alle drei Schichten in der richtigen Größe. Die Hochzeit hat eine Polyesterdecke in mein Stoffgebirge gespült und als einer der wenigen Stoff, von dem ich noch so richtig viel im Vorratslager habe, wartet das Fundstück aus dem Haus der Uroma einer Freundin noch auf seinen Einsatz. Beide stapeln sich nun auf meinem Creadienstagstisch. Aber – eignet sich denn eine Polyesterdecke überhaupt als Zwischenschicht oder sollte es doch das natürlichere, aber kostenintensive Baumwollvlies
sein?

Blumenmädchenkleid: Elodie

Ursprünglich für das Sommermädchen sew along-Finale geplant, ist mein Blumenmädchenkleid, wie auf Instagram in Echtzeit verfolgt werden konnte, nun doch erst kurz vor der Hochzeit fertig geworden. Am Ende wurde es ungewollt noch richtig spannend, denn das passend zum Piqué-Stoff erworbene über 3 m lange Paspelband war doch tatsächlich zu kurz! Wer rechnet denn mit sooo ein langer Saumlänge?

Zwischen der Kofferpackerei ging es daher nochmal zu Bogner-Stoffe, um dort festzustellen, dass es zwei verschiedene Rottöne im Angebot gab und ich mir nicht mehr sicher war, welches es sein sollte. Kurz vor der Abfahrt war Elodie dann aber doch (fast) fertig und nur die Brautkleidblumen und ein paar letzte Handstiche fehlten.

Genäht wurde zwar der Farbenmix-Schnitt Elodie, aber als Anleitung eine Mischung aus den Elodie-Tutorials von Pia-Gioia und Leni-on-the-blog umgesetzt. So ist meine Elodie-Variante nun ohne Reißverschluss, was prima funktioniert. Vernäht wurde ein grün-roter-Baumwoll-Herzchenstoff aus der Kreativwerkstatt und ein Piqué-Stoff von Bogner, der ebenfalls nur aus Baumwolle besteht, aber durch die Webart dehnbar ist. Hinzu kamen grünes Samtband und rotes Paspelband ebenfalls von Bogner.

In letzter Minuten wurden dann noch die Lace-Stickblumen der Hochzeitkleidnäherin Bianca Bast aufgebracht und das Blumenmädchenkleid war fertig. Am Kind überzeugt Elodie auch und inzwischen weiß das Tochterkind auch sehr genau, wie das mit dem Rockschwingen funktioniert. Das Blumenstreuen hat ihr richtig viel Spaß gemacht und sie hat sich inzwischen schon erkundigt, bei wem sie denn als nächstes Blumenmädchen sein darf. Ein paar Unverheiratete hat der Familienkreis ja noch zu bieten …

Da das Tochterkind ihr Kleid natürlich heute auch noch den Großeltern vorführen möchte, kann meine Elodie-Variante das erste Mal zu my-kid-wearsvon Frau Rohmilch wandern und auch bei den Meitlisachen passt es perfekt.

Elbeflut: Sandsacknäher und -material gesucht

Elbeflut, die Zweite in den ersten 13 Jahren dieses Jahrhunderts. Im Gegensatz zu 2002 als Krisenmanagement und Koordination der Freiwilligen recht chaotisch waren, sieht man in diesem Jahr, dass sich zumindest in Dresden im Hochwasserschutz viel getan hat. Ohne die Dramatik der gefluteten Privathäuser herunterzuspielen, finde ich es erstaunlich, wie die Technik es schafft den deutlich tiefer gelegenen Altstadtbereich vor den Wassermassen zu schützen. Flutschutzwände, die  es schaffen, Wassermassen zu stoppen, deren Druck, der einer Talsperre bei weitem übersteigen – das ist schon beeindruckend. Die Elbe rauf und runter sieht es da deutlich kritischer aus und auch die evakuierten Stadtteile in Dresden sind von diesem kostenintensiven Hochwasserschutz ausgeschlossen.

Um so großartiger finde ich es, dass – wie hier schon berichtet –  die Näherin des Dresdner Labels Kronesser eine Sandsacknähaktion gestartet hat, bei der an den letzten zwei Abenden schon 1500 Säcke genäht wurden.

Bislang dachte ich ja, dass man für die Stabilität der Säcke unbedingt Jute
bräuchte, aber es geht wohl auch so. Zumindest im Handel gibt es wohl ausschliesslich die Plastik-Variante, mit dem Vorteil der Wiederverwendbarkeit und die Jute-Variante, die auf den Deichen liegen bleiben kann, weil alle Matrialien verroten. Allerdings ist das Naturmaterial wohl inzwischen so hoch Pestizid belastet, dass Helfer und Näher davon immer häufiger gesundheitliche Probleme bekommen. Bei Nadine Kronesser wird jedenfalls Baumwolle und Leinen vernäht, aber das Material geht langsam zur Neige:

“Sandsäcke
nähen…So lange wir gebraucht werden nähen wir heute noch kräftig
weiter. Bis her haben wir 1500 geschafft!!!!..Unser Material neigt sich
jedoch dem Ende entgegen….Wer von euch hat noch Baumwolle oder Leinen?
Bettbezüge, Laken, Tischdecken, Handtücher…Bringt alles vorbei was
ihr findet…Und bringt es zur Zwickauer Str 148—>0176/47754469
Bitte anrufen…auf Nachrichten antworten dauert zu lange!!!”

Daher nutze ich nun gerne meinen Blog, um diese Nachricht weiterzuleiten, damit die Maschinen wieder surren können, wenn sich die Nacht über den mit sechs Metern mehr als normal so erstaunlich breiten Fluss senkt …

Edit:Inzwischen wurde verkündet, dass ein “unerschöpfliches Lager” entdeckt sei – also die beste Nachricht, die es geben kann.

Über mich

Kreativtagebuch einer Kunsthistorikerin mit (Ehe)Mann, drei Schulkindern (01/2010, 07/2013 und 09/2017) im Projekt Vierseithof (*1768) in Dresden wohnend, gerne die Welt bereisend.
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