Dreistellig! Der Monat November hat mir so viel Nähhobbyeuronen ermöglicht, dass ich recht ungläubig auf die Zahlen und die Statistik schaue. 128,22 € haben meine Affiliate-Aktivitäten eingebracht. Dabei habe ich diesmal ein richtig gutes Gefühl, denn die Haupreinnahmequelle ist nicht der Bücherriese, bei dessen Verlinkung mich immer ein wenig das schlechte Gewissen plagt, sondern die DIY-Plattform DaWanda. Von dort kamen 35,33 €, die durch eine Direktvermarktung von Madame Missou-E-Books auf dem Blog mit 25 € aufgestockt wurden. Amazon brachte 23,73 € ein und meine zuvor verbloggten eigenen Einkäufe motivierten bei Namensbänder mit 20,99 € und Moo-Cards mit 8,00 € meine Leser offensichtlich ebenfalls dort zu bestellen. Ein Wummelkisten-Abo ergab nochmals 8,00 €, eine Thalia-Bestellung 1,77 € und sogar Flattr hatte mit 5,40 € einen Höhenflug. Ich werte das als zusätzliches Weihnachtgeld und bin gespannt, ob wir hier nur ein ungewöhnliches Zwischenhoch haben.
Die Seitenaufrufe sanken minimal um 642 auf 26.928, wobei mit 21 Blogbeiträgen auch drei Blogposts weniger als im Vormonat freigeschaltet wurden. Gelistet war ich mit meinem Oktober-Transparenzbericht auch wieder hier.
Zum 2. Advent schicke ich euch meinen neueste Weihnachtsfrau mit Tragebaby, die uns der Nikolaus gebracht hat. Das Erzgebirge direkt vor der Nase kommt bei uns nur originale Handarbeit auf den Tisch und keine Plagiatsware aus Fernost. Vieles “Erzgebirgisches” ist nur leider so gar nicht mein Geschmack – dafür finde ich aber die Weihnachtsmänner von Björn Köhler so großartig, dass ich sie am liebsten gerne alle hätte …
Da sie so wunderbar in die Weihnachtszeit passen, wird bei Instagram nun täglich ein anderer Köhler Weihnachtsmann vorbeistiefeln, denn bei uns laufen, stehen, sitzen, liegen schon 16 dieser Weihnachtsgesellen durch die Wohnung – und das reicht von heute an genau bis zum 24. 🙂
Bei Herzekleid habe ich diesen Wettbewerb mit einem wirklich verlockenden Gewinn entdeckt. Noch während ich etwas berübt darüber nachdachte, dass der Sohnemann momentan schon die Doktorarbeitszeit ziemlich einschränkt, aber an grafische Entwürfe so gar nicht zu denken ist, fiel mir ein, dass ich ja noch ein eigenes, feines weihnachtlich-winterliches Motiv habe, das wenigstens ein klein wenig passt und gut nochmal ins Wettbewerbsrennen geschickt werden könnte – meine Wintervögel.
Die Variante des Handzeichnens – Einscannens und anschließend kolorierens, wie in diesem feinen Tutorial gezeigt, muss ich auch unbedingt mal ausprobieren.
Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch oder mein Einrichtungsgeschmack schlichtweg anders, aber obwohl man vielerorts Lobeshymnen über das 224-Seiten umfassende, broschierte Buch lesen kann, bin ich weniger euphorisch. 15 Wohn- und Deko-Blogger, zu denen mit Igor Josifovic vomHappy-interior-blognicht nur ein bloggender Mann gehört, sondern auch Bloggergrößen wieRicarda Nieswandt von 23 qm Stil, die mit der blogst-Konferenz noch vor wenigen Tagen in aller Munde war, zeigen in diesem Buch einen Einblick in ihre Wohnungen. Da (öffentlich) Kritik zu üben, fällt gar nicht so leicht.
Abbildung vom Callwey-Verlag
Das Buch ist nicht wohnungsweise nach den einzelnen Blogbewohnern aufgeteilt, sondern ordnet Wohnräume zusammen – so kommt man vom Flur über die Küche, Schlafzimmer, Kinderzimmer im hinteren Teil des Buches im Garten an. Aufgelockert wird diese Aneinandereihung durch Texte und ganzseitige Zitate der Blogautoren. Enttäuscht hat mich an diesem Buch, dass mir die Aufnahmen einfach zu stylisch sind. Für mich ist das viel zu wenig Leben und dafür viel zu viel bemühtes Arrangement, wie die Schuhe auf dem Boden neben drei Blütenblättern. Nicht nur Format und Layout hat dazu geführt, dass ich das Gefühl habe, in einer Zweitausgabe des Möbelschwedenkatalogs zu blättern.
Abbildung vom Callwey-Verlag
Abbildung vom Callwey-Verlag
Wenn man sich als Leser damit “arrangiert” hat, dass hier eine Wohnwelt wie im Möbelhaus präsentiert wird, an dem es weder eine Staubflocke noch ein ungeordnetes Fältchen auf der Sofadecke gibt, kann man aber doch noch einige Entdeckungen machen. Etwas versöhnt hat mich der persönliche Charakter der Texte, die inspirierenden Seiten zu den Moodboards und vor allem die Interviews am Ende des Buches, bei denen man den Bloggern tatsächlich etwas näher kommt.
Abbildung vom Callwey-Verlag
Vielleicht hatte das Buch es bei mir auch etwas schwerer, weil es olfaktorisch gesehen schon beim auspacken einen negativen Eindruck auf mich gemacht hat – obwohl ich aus meiner eigenen Buchherstellungserfahrung weiß, dass Druckfarbe nun mal nicht auf jedem Papier mit Rosenduft zu vergleichen ist. Wer sich dieses Buch nicht auf den Wunschzettel schreiben will, muss immerhin 29,95 € investieren, was dem Umfang des Werkes aber durchaus angemessen ist.
Da das pinkfarbene Logo von Madame Missou wohl kaum zu übersehen ist, haben wohl schon einige Leser bemerkt, dass mein Blogsponsor im November aus dem Buch-Bereich kommt. Die Ratgeberschreiberin, mit einem bewegten Leben, hat mir als Rezensionsexemplar die Kindle Edition von “Kind + Karriere + Ich?” zur Verfügung gestellt, die zu ihrer Reihe “Madame Missou KOMPAKT – Wissen in 45 Minuten” gehört. Da ich selbst gar kein Kindle habe, kam das 25-seitige Werk als *.pdf-Version zu mir.
Die Autorin verpackt ihre Tipps auf 17 Seiten, wobei einer Einleitung, 15 Einzelthemen zu “Wie verbinde ich Kind und Kariere und bleibe dabei ich selbst” folgen und die letzte Seite mit einem Schlusswort gefüllt sind. Die übrigen acht Seiten verteilen sich auf das Deckblatt und einen Werbeblock am Ende des Ratgebers. Um wirklich 45 Minuten beschäftigt zu sein, müsste man sich also 2,5 Minuten mit einer Seite beschäftigen. Lesend bin ich da deutlich schneller, aber vielleicht hat Madame Missou die Zeit mit einberechnet, die man brauchen könnte, um über ihren “Madame Missou Tipp” nachzudenken, den jede Seite abschließt.
Gefallen hat mir, dass die Autorin nicht – wie befürchtet – suggeriert, dass es man gezwungenermaßen zurück ins Berufsleben geht und die Karriere der Familienzeit entgegen stehen würde. Gestolpert bin ich allerdings – nach einigen eher belanglosen Einstiegsseiten – über das Kapitelchen “Die Mitarbeit des Partners im Alltag”, denn darin schreibt Sie:
“Männer neigen nicht selten dazu, sich nur die Dinge zu merken, die ihnen Spaß bereiten. Dass hierzu nicht die Hausarbeit oder der Gang zum Kindergarten gehören, kann sich wohl jede Frau denken. Hängt an der Tür zum Ausgang jedoch eine Liste, auf der die Aufgaben vermerkt sind, kommt er nicht drum herum, diese auch zu übernehmen. […] Das Geheimnis, um einen Partner zu motivieren, ist das Lob. Männer freuen sich über Zuspruch und möchten, dass ihre Arbeit anerkannt wird.”
Auch ich habe zwar schon mal solch eine Aufgabenliste für den Mann geschrieben, aber diese natürlich nur mit einem großen Augenzwinkern und wenige Wochen vor der Geburt unseres zweites Kindes, als es Aufgaben gab, die wirklich nur er übernehmen konnte. Die Autorin scheint aber ernsthaft zu meinen, dass die Familienaufgaben tatsächlich bei der Frau liegen und der Mann irgendwie mit einbezogen werden “kann” – wenn er genügend gelobt wird.
Unser Leben – und damit auch meine Karriere im Wissenschaftlerleben – würde so nicht funktionieren. Wir sind tatsächlich auch bei allen Haushaltsdingen gleichberechtigte Partner. Wenn die Aufgabenliste in der Küche oder bei der Wäsche wirklich mal kippt, dann wohl eher zu ungunsten des Mannes, der da deutlich häufiger anstehende Aufgaben übernimmt als ich. Nun frage ich mich ja, ob ich da zu Unrecht Kritik am Buch übe und einfach nur ein besonderes Exemplar bekommen habe oder ob Madame Missou von einem Familienmodell ausgeht, dass glücklicherweise schon in den meisten Familien überholt ist. Wenn ich allerdings in den letzten Meldungen lese, dass ich immer mehr Akademikerinnen kinderlos bleiben, scheint vielleicht doch etwas dran zu sein. Liegt es vielleicht auch dran, mit welchen familiären Vorbildern wir auf der jeweiligen Seite des eisernen Vorhangs aufgewachsen sind? Wie sieht das bei euch aus? Sind die Familienaufgaben gleich verteilt? Sagt ihr dem Mann, was er zu tun hat?
Zusammenfassend bleibt es ein Ratgeber mit nur 5500 Worten, den wohl jede Frau schreiben könnte – aber es eben nicht macht. Irritiert hat mich, dass im *.pdf-Reader nicht der Titel des Ratgebers angezeigt wird, sondern “Ein Buch schreiben.” Ihr Fazit, die Familie als Energiequelle zu nutzen, hat mir übrigens richtig gut gefallen. So soll es sein!
Wenn ihr einen thematisch zu amberlight.label passendes Unternehmen habt und mit eurem Logo ebenfalls mal den Premiumsplatz erobern wollt, könnt ihr euch gerne hier über Prozedere informieren.