Rezension: Leo Lausemaus – Meine schönsten Geschichten
Unsere Entscheidung beim Spielzeuggebirge der Kinder auf unser Bauchgefühl zu hören und den Plastikanteil dabei möglichst gering zu halten, sowie der nicht vorhandene Fernseher führt zwangsläufig dazu, dass das Tochterkind im Kindergarten weder mit dem Filly Fanbuch* auftauchen noch bei der neuesten Staffel von Germany Next Topmodel mitreden kann. Kürzlich habe ich aber ein Leo Lausmaus-Buch bei der Kindergartenfreundin entdeckt und als wenige Tage später der Lingen-Verlag ein Sammelband aus der dieser Serie anbot, konnte ich wenigstens diese Wissenslücke schließen.
![]() |
| Abbildung vom Lingen-Verlag |
In “Leo Lausemaus – Meine schönsten Geschichten“* sind mit “Leo Lausmaus will sich nicht die Zähne putzen”, “Leo Lausmaus trödelt mal wieder” und “Leo Lausmaus will nicht teilen” gleich drei Geschichten enthalten. Zusätzlich gibt es nach jeder Geschichte einen kleinen Zusatz. Das sind die zwei Rezepte für Möhrchenfit-Pfannkuchen und Schoko-Möhren-Muffins sowie eine Übersichtsseite zum Zähne putzen. Sehr gut gefallen mir auch die farbenfrohen Illustrationen von Marco Campanella.
![]() |
| Abbildung vom Lingen-Verlag |
Die Texte können aber weder sprachlich noch inhaltlich wirklich mithalten. Thematisch sind die Leo-Lausmaus-Geschichten mit einem sehr erhobenen-Zeigefinger-Gestus für Vorschulkinder konzipiert, wobei eine Schrift(über)größe gewählt wurde, die nur verständlich wäre, wenn hier das Erstlesealter angesprochen werden sollte. Immerhin können diese Bücher sicherlich auch Großeltern, die ihre Lesebrille vergessen haben, mühelos entziffern. Der gewählte Sprachstil ist mir persönlich zu einfach gehalten, denn da wurden so einfache Satzkonstruktionen gewählt, dass der Vorlesefluß fast schon ins stocken kommt:
“Leo Lausmaus und Didi haben sehr gut geschlafen. So ausgeruht denken die beiden auch schon ans Frühstücken. Gut, dass die Mama etwas vorbereitet hat.” (S. 26)
Damit wären wir auch gleich beim Hauptkritikpunkt des Buches, denn die Familienwelt wird ebenso plakativ dargestellt, wie die Sprache. Auch wenn die Maus-Mama zur Arbeit geht, scheint sie sämtliche Familienaufgaben alleine zu übernehmen. Sie macht Frühstück und Abendbrot, bringt zum Kindergarten, holt dort wieder ab, liest die Abendgeschichte vor, tröstet, ermahnt und der Mausvater erscheint lediglich am Frühstücktisch sitzend oder Zeitung lesend auf dem Sofa. So ein Familienalltag erscheint mir (hoffentlich) schon deutlich antiquiert.
Die Buchrezension wurde übrigens an einem Tag geschrieben, als die Blogschreiberin den Kinderlein nur einen Guten-Morgen-Kuss zuwarf, während der Mann die beiden Kinderlein weckte, den Jüngsten Stoffwindel-wickelte, anzog, mit ihnen frühstückte und sie anschließend bei Tagesmutter und Kindergarten ablieferte. Beim Nachmittags-Abend-Programm wurden die Rollen dann getauscht …
Vom Lingen-Verlag wurde bereits vorgestellt:
“Tilly und ihre Freunde – mein bunter Mitmachkoffer”
“Wir lernen Zahlen – Waldtiere: Mein kleines Fühlbuch”
“Outdoor-Handbuch für kleine Entdecker und Naturforscher”
“Tilly und ihre Freunde – das Sternenfest”
AMBERLIGHTS REZENSIONSPORTAL
This is not ok – Katalog der Nähbloggerinnen
Bereits Anfang des Monats ist mir die Aktion “This is not ok” unter die Augen gehüpft, die sich gegen die Ausbeutung der Wegwerfkleidungsindustrie richtet. Inzwischen habe ich zwar ein bisschen ein faden Beigeschmack, wenn ich daran denke, wie nah die Menschen sind, die froh sind, wenn sie überhaupt genügend Kleidungsstücke besitzten, aber das Thema FastFashion bleibt dennoch so wichtig für mich, dass ich mit dabei bin. Das Engagement, das hinter dieser Aktion steckt, mag ich am Mittwoch.

Eigentlich hatte ich geplant, für diese wichtige Bloggeraktion das allererste Mal Gesicht zu zeigen. Deshalb wurde nicht in die Kopf-nach-oben-unten-hinten-werf-Trickkiste gegriffen. Entstanden sind so nur ganz wenige Bilder, da sich der Sohn gleichzeitig kreischend auf den Boden warf und der fotografierende Mann mit sämtlichen Geburtstagspicknickutensilien beladen war.
Die anschließende Fotoausbeute zeigte mir aber leider, dass dringend der Lockenkopf in Form geschnitten werden muss und auch der Gesichtsausdruck nicht akzeptabel war. So kann ich mich keinesfalls erstmals “mit Gesicht” in der Nähbloggerwelt zeigen. Es bleibt also – wie auch bei der Hochzeit vor Jahren – bei meiner bisherigen Entscheidung zum Privatbild. Aber hier geht es ja auch nicht um meinen Kopf, sondern um die Kleidung …
Getragen habe ich (an meinem Geburtstag) ausschließlich selbstgenähte sowie fairwear-Kleidung und kann mich deshalb nun an der Aktion beteiligen. Da wäre ein schon vor drei Jahren (!) selbstgenähter und bestempelter Rock, ein selbstgenähtes Shirt aus Viskosejersey, dessen Stoffqualität mich aber nicht wirklich überzeugt und meine leider in den letzten Jahren schon ziemlich ausgeblichenen roten Lieblings-Öko-Schuhe von Loints of Holland*. Auch der Schmuck kann das Label Nachhaltigkeit bekommen, denn da habe einen roten Emaille-Schmuck von einem kleinen Handwerksbetrieb umgelegt und den Unikat-Verlobungsring von einer Goldschmiedin links und den ebenfalls einmaligen Ehering mit dem mit dem Ginkgo-Motiv-Entwurf von bastisRike* rechts angesteckt. Außerdem sieht man noch eine Dresdner Frauenkirchen-Uhr zur Glockenweihe von 2003.
Der Blick in dem Kleiderschrank zeigt, dass ich in den letzten Jahren nur noch ein bis zwei Kleidungsstücke – und zwar Hosen – aus den Großkonzern-Modehäusern oder sogar auch nur bei Kleiderkreisel kaufe. Momentan fehlt uns durch die Vierseithofsanierung nicht nur das Geld dazu, sondern meine Einstellung zum bedenkenlosen Modeshopping hat sich tatsächlich geändert. Außerdem ist der Kleiderschrank ohnehin zu voll. Neben den (zu wenigen) selbstgenähten Kleidungsstücken für mich gibt es bislang drei bewusst als Geschenk ausgesuchte Fairwear-Kleidungsstücke: einen Rock von alltag berlin by chapati, ein langärmliges Shirt von Consequent* und mein Lieblingsshirt von Madness*. Vor der Bio-Kleidung gab es bei mir bereits einige Bio-Schuhe, denn dort habe ich fast nur noch noch Loints und Waldviertler-Schuhe vom Waschbär-Versand*, da ich in fast allen anderen Schuhe sofort Blasen bekomme. Beim nächsten (Geschenk)-Fairwear-Kleidungskauf wird wahrscheinlich im Avocadostore* vorbeigeschaut.
Auf dem Nähtisch liegen außerdem immer öfter Bio-Stoffe, wie sie von der Eulenmeisterei und Internaht verkauft werden, aber das ist bereits ein anderes Thema …









